Hauptsache erster Sieg
Rangnick und RB erleichtert nach Zittererfolg

Timo Werner trifft doppelt. Emil Forsberg legt zweimal auf. Leipzig gewinnt ein Offensiv-Spektakel. Klingt wie zu besten Zeiten, als die Roten Bullen nach dem Aufstieg die Liga aufmischten. War es aber nicht. Und der Fall Augustin ist auch noch nicht aufgeklärt.

Samstag, 15.09.2018, 20:52 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 15.09.2018, 20:47 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 15.09.2018, 20:52 Uhr
Leipzigs Emil Forsberg (l) und Timo Werner jubeln nach dessen Treffer zum 2:1 gegen Hannover 96.
Leipzigs Emil Forsberg (l) und Timo Werner jubeln nach dessen Treffer zum 2:1 gegen Hannover 96. Foto: Jan Woitas

Leipzig (dpa) - Das Wie war auch Ralf Rangnick letztlich egal, Hauptsache der erste Saisonsieg für den Trainer-Rückkehrer mit RB Leipzig in der Bundesliga war geschafft.

Bis zum Ende musste der 60-Jährige aber zittern, ehe seine Mannschaft vor allem dank des ersten Doppelpacks von Fußball-Nationalstürmer Timo Werner in dieser Spielzeit als 3:2 (2:1)-Sieger gegen Hannover 96 unter dem Jubel der heimischen Fans die Red Bull Arena verlassen konnte. «Das war ein hartes Stück Arbeit wieder», sagte Werner, dessen Auftritt auch Thomas Schneider, der neue Leiter der Scouting-Abteilung beim DFB, im Stadion aufmerksam verfolgte. «Es war kein schöner Sieg, aber es war ein notwendiger Sieg», pflichtete Emil Forsberg bei, der am Samstag beide Werner-Treffer vorbereitet hatte.

Vor 38.937 Zuschauern boten beide Mannschaften auf jeden Fall ein unterhaltsames Spiel. Yussuf Poulsen brachte Leipzig nach nur neun Minuten in Führung, nach nur weiteren vier Minuten glich Niclas Füllkrug (13.) aus. Kurz vor der Pause traf Werner (40.) zum ersten Mal, in der 63. legte er nach. Miiko Albornoz (65.) sorgte mit dem Anschlusstreffer der Gäste aber dafür, dass Rangnick und seine Roten Bullen bis zum Ende gewaltig zittern und sich vor allem bei Torwart Peter Gulacsi bedanken durften.

«Es ist definitiv nicht unser Anspruch, diese Torchancen zuzulassen. Dafür haben wir aber auch einen überragenden Torwart, der uns an diesem Tag den Sieg gerettet hat», lobte Mittelfeldspieler Diego Demme und betonte: «Mir ist auch eigentlich scheiß egal, ob wir heute viele Torchancen zugelassen haben. Hauptsache wir haben drei Punkte geholt.»

Und das nicht mal mit der Wunschelf. Denn Rangnick verzichtete als Schutzmaßnahme auf den bislang erfolgreichsten Angreifer. Weil Jean-Kévin Augustin nicht zur U21 von Weltmeister Frankreich gereist war, hat der Verband der Grande Nation Beschwerde bei der FIFA eingelegt. Die untersucht die Angelegenheit. Sollte Augustin gesperrt werden, und hätte er gespielt, wären womöglich die drei Punkte wieder futsch.

Rangnick ging am Samstagabend davon aus, dass er den robusten Stürmer am Donnerstag im hochbrisanten Heimspiel zum Europa-League-Auftakt gegen den FC Salzburg wieder bedenkenlos einsetzen kann. Gegen Hannover machte Augustin-Ersatz Poulsen seine Sache allerdings mehr als überzeugend. Nicht nur wegen des Treffers, als er einen abgefälschten Schuss von Demme mit dem Kopf ins 96er Tor lenkte.

Sicherheit gab der gesamten Leipziger Mannschaft die Führung aber nicht. Die Defensive bereitete wie schon in den vorangegangenen Spielen Probleme gegen eine Gäste-Mannschaft, die trotz zweimaligen Rückstandes nie aufgab. «Wir haben hinten raus große Moral bewiesen und immer geglaubt, dass wir den Punkt noch holen können. Leider sollte das Glück nicht bei uns sein. Wir haben uns leider nicht belohnt. Wir fahren traurig nach Hause», konstatierte Hannovers Coach André Breitenreiter.

Nach zwei Unentschieden war es am 3. Spieltag die erste Niederlage der Niedersachsen. Weil Werner sich nach viel Einsatz und zwei Außennetz-Treffern auch belohnte. «Für einen Stürmer ist es immer schön, wenn man trifft», sagte er.

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