Königsklasse
Bayern-Basketballer wollen in Euroleague-Playoffs

Eine solch starke Euroleague hat es noch nie gegeben. Mittendrin: Die Basketballer des FC Bayern. Trotz der großen Konkurrenz wollen sie erstmals in die Playoffs. Alba Berlin bereitet sich dagegen auf ein ungewohntes Szenario vor.

Dienstag, 01.10.2019, 14:45 Uhr aktualisiert: 01.10.2019, 14:48 Uhr
Königsklasse: Bayern-Basketballer wollen in Euroleague-Playoffs
Foto: Lino Mirgeler

München (dpa) - Spektakulärer hätten sich die Basketballer des FC Bayern nicht warmwerfen können für ihre erste richtige Kraftprobe.

Beflügelt vom 111:55-Erfolg gegen Hamburg, überzeugt vom vielleicht besten Kader eines deutschen Teams überhaupt und mit großen Zielen starten die Münchner in die knüppelharte Euroleague-Saison. Am Donnerstag (20.30 Uhr/Magentasport) empfängt das Team Olimpia Mailand und will gegen die Italiener sofort zeigen, dass der FC Bayern künftig nicht nur im Fußball zur kontinentalen Elite gehört. Am Freitag bestreitet dann Alba Berlin sein Auftaktspiel gegen St. Petersburg.

Während die Hauptstädter erstmals im XXL-Format der Königsklasse antreten, sind die Bayern das kräfteraubende Pensum seit zwei Jahren gewohnt - und diesmal soll der Sprung in die K.o.-Phase gelingen. «Ich glaube, dass wir einen Schritt nach vorne machen können», sagte Clubchef Uli Hoeneß. In der vorigen Saison verpasste der deutsche Meister den Sprung unter die besten acht Teams nur knapp.

«Die Euroleague ist nochmal viel stärker als letztes Jahr», sagte Bayern-Kapitän und Nationalspieler Danilo Barthel. Einschüchtern lassen sich die Münchner nicht - denn Geschäftsführer Marko Pesic und Sportdirektor Daniele Baiesi haben das Team illuster verstärkt. «Wir sind in der Breite deutlich besser als letztes Jahr», meinte Pesic. Der langjährige NBA-Profi Greg Monroe, Nationalspieler Paul Zipser und der französische WM-Dritte Mathias Lessort sind drei von sieben Neuzugängen im Kader. Vor allem 2,11-Meter-Riese Monroe als neuer Turm im Angriff soll in der Euroleague für Furore sorgen. «Wir haben viele Optionen», sagte Baiesi, erkannte in dem in 659 Partien in der NBA gestählten US-Boy aber schon den neuen Fixpunkt unter dem Korb.

Gegen Bundesliga-Aufsteiger Hamburg überzeugte Monroe am Montagabend mit 18 Punkten, zehn Rebounds und fünf Assists. Es war ein erstes Indiz dafür, dass die Bayern der nationalen Liga bereits entwachsen sind. Euroleague-Gegner Mailand ist am Donnerstag aber ein ganz anderes Kaliber. Die Italiener holten Trainer-Legende Ettore Messina aus der NBA zurück nach Europa und verpflichteten Spielmacher Sergio Rodriguez vom Euroleague-Champion ZSKA Moskau sowie den argentinischen Routinier Luis Scola.

Überhaupt rüstete die Euroleague - in der erstmals 18 Mannschaften im Jeder-gegen-Jeden-Modus antreten und es zu 34 Vorrundenspielen kommt - im Sommer gewaltig auf. «Es zeigt, dass die Euroleague nach der NBA die beste Liga der Welt ist», betonte Bayern-Manager Pesic. Er hatte die Transfer-Entschlossenheit einiger Teams selbst erfahren, als ihm Stefan Jovic, Devin Booker und Derrick Williams abgeworben wurden. Monroe, Zipser, Lessort und Co. sollen die Weggänge wettmachen.

Während sich die Bayern mit ihrem Starensemble berechtigte Hoffnungen auf den erstmaligen Einzug eines deutschen Teams in die Playoffs machen dürfen, geht Alba Berlin als krasser Außenseiter in die Saison auf internationalem Parkett. Zwar haben die Berliner ihren Kader nahezu komplett beisammen gehalten, finanziell können sie mit den Schwergewichten Europas aber nicht mithalten.

«Wie ein Stichling im Haifischbecken», beschrieb die «Berliner Morgenpost» Albas Rolle in der Euroleague. Die Berliner wollen aber für die eine oder andere Überraschung sorgen. «Wir wollen beweisen, dass wir wettbewerbsfähig sind», sagte Sportdirektor Himar Ojeda. Zugleich bereitete der Spanier das Umfeld auf die Realität vor. «Wir müssen uns alle daran gewöhnen, dass wir oft verlieren.»

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