Dülmen
Taugt Klinsi für Liga-Alltag? 

Freitag, 11.01.2008, 16:01 Uhr
<p align="no">Hat Jürgen Klinsmann auch bei den Bayern noch Grund zum Lachen? (Foto: dpa)

Dülmen. Bayern München bewegt alle - so machte auch die Nachricht über die Verpflichtung des früheren Nationaltrainers Jürgen Klinsmann als Nachfolger von Ottmar Hitzfeld beim Tabellenführer der Fußball-Bundesliga wie ein Lauffeuer die Runde. Bewertet wurde die Verpflichtung allerdings unterschiedlich, wie eine kleine DZ-Rundfrage in der Dülmener Sportszene ergab.

Carina Thiemann (Schriftführerin und Spielerin GW Hausdülmen): "Da ich Schalke-Fan und Klinsmann-Sympathisant bin, fällt es mir schwer, etwas zu sagen. Dass Jürgen Klinsmann etwas bewirken kann, hat er auch schon bei der WM gezeigt. Aber da hatte er auch mit Oliver Bierhoff einen starken Partner und es muss sich erst zeigen, ob es mit dem starken Ulli Hoeneß ähnlich harmoniert wie bei der Nationalmannschaft."

Berni Langener (Fußball-Geschäftsführer Brukteria Rorup): "Die Verpflichtung hat mich doch etwas gewundert, denn einiges, was Jürgen Klinsmann bei der WM durchgesetzt hat, hat Ulli Hoeneß überhaupt nicht geschmeckt. Ich weiß nicht, welche Beweggründe Klinsmann hatte, aber es wird wohl auch das Finanzielle eine Rolle gespielt haben. Sicherlich werden beide Seiten Kompromisse eingegangen sein, aber es wird wohl auch nicht ganz einfach, sich gegen die starken Leute Hoeneß, Rummenigge, Beckenbauer und Breitner zu behaupten. Da lastet schon ein immenser Druck auf jedem Trainer."

Peter Timmers (Vorsitzender Sportausschuss): "Jetzt kann Jürgen Klinsmann zeigen, welche Substanz er wirklich hat und ob es ihm gelingt, eine Mannschaft über Jahre zu trainieren. Sicher ist das Umfeld in München nicht einfach, aber ich würde mich freuen, wenn er für eine positive Überraschung sorgen könnte und damit seinen Vorvorgänger Felix Magath Lügen straft, der ihm vorgeworfen hatte, eine Mannschaft nur kurzfristig pushen zu können."

Daniel Kau (Spielertrainer Vorwärts Hiddingsel): "Ich bin zwar kein Bayernfan, aber ich halte die Verpflichtung von Jürgen Klinsmann für eine gute Lösung. Er hat schon bewiesen, dass er ein guter Trainer ist, aber auf der anderen Seite habe ich auch leichte Bedenken. Sicher macht es einen Unterschied, ob ich eine National-Mannschaft für ein Turnier motiviere oder eine Vereinsmannschaft im täglichen Geschäft."

Karl Nathaus (Trainer TSG Dülmen II): "Für die Bayern mit ihren alten Vereinsstrukturen ist das sicherlich ein ganz großer Schachzug. Klinsi liebt neue Methoden und ich meine, dass der Verein mit seiner Verpflichtung einen Riesenschritt mach vorne machen kann. Mit seinen Ideen und Idealen hat Jürgen Klinsmann schon bisher sehr großen Erfolg gehabt und gleiches traue ich ihn auch bei den Bayern in München zu."

Wolfgang Korb (Trainer Sportfreunde Merfeld): "Für mich ist diese Entscheidung nicht nachvollziehbar, denn im Tagesgeschäft hat Klinsi bisher eher noch wenig geleistet. Die sportlichen Erfolge mit der Nationalmannschaft gehen sicher auch auf seine Kappe, aber die Erfahrung im Verein fehlt ihm sicherlich. Wenn man sich für einen Kandidaten entscheiden wollte, der lange für Bayern tätig war, denn hätte sich schon eher jemand wie Klaus Augenthaler angeboten. Wie Uli Hoeneß und Jürgen Klinsmann miteinander klarkommen, muss sich auch noch zeigen, aber klar ist, dass Ottmar Hitzfeld seinen Vertrag nicht bis zu Ende erfüllen wird, wenn nach der Winterpause der Erfolg ausbleibt."

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