Fußballverband bricht die Saison ab
Es gibt keine Auf- und Absteiger

Dülmen. Die Fußball-Saison im Amateur- und Jugendfußball ist auf Landesebene abgebrochen worden. Das teilte der Fußballverband FLVW am Montag um 14.30 Uhr in einer Video-Pressekonferenz mit.

Montag, 19.04.2021, 15:04 Uhr aktualisiert: 19.04.2021, 16:52 Uhr
Das tut weh: Die Saison im Fußball ist abgebrochen.
Das tut weh: Die Saison im Fußball ist abgebrochen. Foto: mast

"Es ist vorbei.“ Gundolf Walaschewski, Präsident des westfälischen Fußball- und Leichtathletikverbandes FLVW verkündete um 14.33 Uhr kurz und knapp das Aus für die laufende Spielzeit der Fußballer.

„Die Saison wird ohne Auf- und Absteiger zu Ende gehen“, so Walaschewski in der Videokonferenz vor Journalisten. Die Entscheidung sei nicht willkürlich getroffen worden. Aber durch die gültige Corona-Schutzverordnung müsse man davon ausgehen, „dass nicht genügend Zeit bleibt, die Saison zu Ende zu spielen.“ Die steigenden Infektionszahlen in der Corona-Pandemie seien der wesentliche Grund dafür.

Die Erleichterung ist Willy Westphal deutlich anzumerken. „Es war nicht einfach, das durchzustehen“, gibt der Vorsitzende des Fußballkreises Ahaus/Coesfeld ehrlich zu. Die lange Ungewissheit, gepaart mit dem Willen, das Fähnchen der Hoffnung entgegen aller Trends so lange nach oben zu halten – jetzt endlich herrscht Klarheit. „Es tut mir natürlich sehr leid für die Mannschaften, die in unseren Staffeln oben stehen“, betont er. „Aber wir haben die harten Fakten: Wir schaffen die 50 Prozent der Spiele nicht mehr.“ Westphal will mit den hiesigen Vereine am Donnerstag in einer Videokonferenz das Ergebnis erläutern und das weitere Prozedere besprechen.

Dies betreffe sowohl die laufenden Meisterschaftswettbewerbe der Männer und Frauen inklusive des Ü-Bereichs und Futsal-Ligaspielbetriebs als auch die der Jugend. Darauf verständigten sich das FLVW-Präsidium und die spielleitenden Stellen des Verbands-Fußball-Ausschusses und des Verbands-Jugend-Ausschusses. Die Vorsitzenden der 29 FLVW-Kreise bekräftigten am Samstag im Rahmen der turnusgemäßen Ständigen Konferenz ebenfalls, sich dem Vorgehen des Verbandes anschließen zu wollen und entsprechende formale Schritte einzuleiten. Die Vorsitzenden der Kreis-Jugend-Ausschüsse stimmten dem gemeinsamen Vorgehen am Sonntag in einer kurzfristig einberufenen virtuellen Konferenz des Jugendbeirats zu.

Da die für eine sportliche Wertung erforderliche Anzahl an Spielen nicht mehr erreicht werden kann, wird die Spielzeit annulliert. Das heißt, es gibt weder Meister noch Auf- und Absteiger. „Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir einen Schlussstrich ziehen müssen. Angesichts der bundesweiten Notbremsen-Regelung sowie weiter stark steigenden Infektions- und Inzidenzzahlen ist ein realistischer Zeitpunkt für die flächendeckende Wiederaufnahme des Spielbetriebes nicht absehbar.“ Die erforderlichen 50 Prozent der Spiele für eine Wertung habe nicht erreicht werden können „weil in vielen Kommunen auch eine Ausgangssperre herrscht oder herrschen wird und so auch Wochenspieltage unmöglich machen“, so Schnieders.

Auch im Jugendfußball ist eine Saisonfortführung nach einer intensiven Einzelbetrachtung der Staffeln und unter Einbeziehung der pandemischen Lage nach Ansicht des Verbands-Jugend-Ausschusses ausgeschlossen.

Präsident Gundolf Walaschewski sagt: „Uns und vor allem den Vereinen - das haben zahlreiche Gespräche und Nachrichten gezeigt - ist das viel zitierte Ende mit Schrecken weitaus lieber, als sich Woche für Woche vertrösten zu lassen und an den letzten Strohhalm einer Saisonfortführung zu klammern. Mir tut es vor allem für die Mannschaften leid, die gut in die Saison gestartet sind und auf einen Aufstieg gehofft hatten.“

Offen bleibt die Frage, was mit dem Kreispokal passiert. Dort sind zwei Runden gespielt – bei den Männern müsste ab dem Achtelfinale weitergemacht werden, bei den Frauen mit dem Viertelfinale. Westphal: „Das werden wir mit den Vereinen besprechen.“

(Stimmen einiger Dülmener Trainer zum Saisonabbruch lesen Sie in der Dienstags-Printausgabe der Dülmener Zeitung sowie im E-Paper.)

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