Erstes Turnier nach Lockdown
Profitänzerin Nina Malek ist zurück auf dem Parkett

Dülmen. Nina Malek tanzt wieder. Nach einigen Trainigsausfällen aufgrund von Corona bestreitet sie jetzt ein Turnier. Doch nicht nur die Pandemie hat sie kurzfristig aus ihrem Alltag gerissen - sondern auch ein schwerer Schicksalsschlag.

Freitag, 02.10.2020, 18:30 Uhr
Erstes Turnier nach Lockdown : Profitänzerin Nina Malek ist zurück auf dem Parkett
Nina Malek hat sich intensiv auf das Turnier in Recklinghausen vorbereitet. Dort tritt sie im Solo und im Duo an. Foto: privat

Am heutigen Samstag, 3. Oktober, ist es wieder so weit: Tänzerin Nina Malek wird ihr erstes Turnier nach Ausbruch der Corona-Pandemie bestreiten. Stattfinden wird das Turnier im Jazz-Modern-Contemporary, an dem sie sowohl solo als auch im Duo teilnimmt, in Recklinghausen in der Günter-Hörster-Halle. Doch nicht nur aufgrund von Corona wird dieses Turnier ganz anders für die 22-Jährige sein als alle vorherigen. Heute wird sie zum ersten Mal ohne die Begleitung ihrer Mutter Bernadette Malek, ehemalige Inhaberin des Dülmener Geschäfts Silberblick, teilnehmen. Denn diese ist im Mai unerwartet verstorben.

„Das Turnier ist ein Herzensding. Mein Solo wird meiner Mutter gewidmet sein“, erklärt Nina Malek, die hauptberuflich im Dülmener Fitnessstudio Maxim als Sporttherapeutin arbeitet. Das Klavierstück, das sie begleitet, hatte Bernadette Malek noch selbst für den Tanz ihres Kindes ausgewählt. Der Tanzsport war das gemeinsame Hobby von Mutter und Tochter.

Wenig Platz in der Halle

Nach Recklinghausen wird die Sporttherapeutin von ihren Trainern begleitet. Dass das nun möglich ist, war nicht von Anfang an klar, denn Platz ist in der Halle unter den Hygieneregeln rar. „Unsere Trainer haben sich dagegen aufgelehnt, denn ihre Unterstützung ist wichtig. Das beginnt schon bei so simplen Dingen, wie das Zumachen des Reißverschlusses am Kostüm.“

Bestimmte Maßnahmen, die für ein Tanzturnier üblich sind, werden aufgrund der Pandemie nicht durchgeführt. Beispielsweise darf ein spezieller Tanzboden nicht gelegt werden. Die Tänzer müssen nun mit dem normalen Hallenboden vorliebnehmen. Außerdem dürfen die Tänzer die Ankleidekabinen nicht nutzen und müssen auch schon fertig geschminkt beim Turnier ankommen.

Jubeln verboten

Jubel ist dem Publikum untersagt, nur klatschen ist erlaubt. Und auch die Tänzerinnen im Duo können bei einem Sieg ihrer Freude nicht freien Lauf lassen. „Wir dürfen uns nicht umarmen, was ich unsinnig finde, denn im Duo kommt man sich beim Auftritt sowieso sehr nah“, erklärt Nina Malek. Sie betont, dass das Turnier gerade etwas ist, was sie in ihrer momentanen Situation gut gebrauchen kann. „Es ist ein Stückchen Normalität, etwas Vertrautes. Und auch wenn meine Mutter nicht anwesend ist, weiß ich, dass sie trotzdem bei mir ist.“

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