Stadt und Eine-Welt-Laden übergeben 80 Bälle an die Vereine
Dülmens Fußball wird fairer

Dülmen. 80 neue Fußbälle, zehn für jeden Club, haben die Dülmener Vereine bekommen. Übergeben wurden diese auf dem Sportplatz der DJK Rödder von Vertretern der Stadt und des Eine-Welt-Ladens. Denn die neuen Bälle sind fair gehandelt.

Mittwoch, 16.09.2020, 18:30 Uhr
Stadt und Eine-Welt-Laden übergeben 80 Bälle an die Vereine: Dülmens Fußball wird fairer
Auf dem Sportplatz der DJK Rödder übergaben Vertreter der Stadt und des Eine-Welt-Ladens die fair gehandelten Fußbälle an die Dülmener Clubs. Foto: Hülsheger

Ein neuer Ball wird ab sofort bei den acht Dülmener Fußballvereinen genutzt. Angeschafft wurde das Spielgerät von der Stadt Dülmen, mit einem Anteil der Clubs. Das Besondere: die Bälle sind fair gehandelt.

Insgesamt 80 dieser Fußbälle wurden am Dienstagabend an die acht Dülmener Clubs übergeben. „Manchmal muss man mit der Nase auf etwas gestoßen werden“, sagte Andre Schürmann, Sprecher der Dülmener Fußballvereine.

"Kleiner Schritt zur Gerechtigkeit"

Die Idee zu der Anschaffung kam vom Eine-Welt-Laden. „Wir sind bereits Ende Februar auf die Stadt zugegangen und haben unsere Idee vorgestellt“, berichtet Fritz Pietz. Zunächst habe man über eine Anschaffung für Schulen geredet, sei dann aber auf die Vereine gekommen, die eine größere Menge an Bällen brauchen.

Nachdem die Stadt bereits fair gehandelte Getränke und weitere Produkte kaufe, sei dies nun ein weiterer Artikel aus dem Sortiment. „Ich hoffe, dass wir mit der Stadt im Gespräch bleiben. Denn wir können von der Arbeitsuniform für die Gärtner bis zur Drucker-Katusche alles liefern“, berichtete Pietz.
Und auch die Zusammenarbeit mit den Fußballvereinen müsse nicht mit den Bällen aufhören. „Es gibt auch fair gehandelte Trikots“, machte Pietz noch etwas Werbung. Bürgermeisterin Lisa Stremlau nannte die Anschaffung der fairen Fußbälle „einen kleinen Schritt auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit.“

Man habe gute und sinnvolle Produkte angeschafft. Auch Schürmann zeigte sich überzeugt, „dass sich die Bälle durchsetzten werden“. Zudem dankte die Bürgermeisterin Pietz und dem Team des Eine-Welt-Ladens. „Sie sind Mahner und wir brauchen solche Menschen in unserer Stadt.“

Höhere Löhne und Bildung für Kinder

Hergestellt werden die Bälle bei der Firma Talon Sports in Pakistan, und zwar in einer Produktionslinie mit konventionell gehandelten Bällen. Daher gebe es auch keine Qualitätsunterschiede zu den anderen Spielgeräten. „Die Herstellung der Bälle ist von der Heimarbeit in eine Fabrik verlegt worden“, berichtete Elvira Lipp vom Eine-Welt-Laden.

Daher würden die Bälle nun nicht mehr in Kinderarbeit hergestellt. Durch die fair gehandelten Bälle erhielten die Frauen, die in den Fabriken arbeiten, einen höheren Lohn und die Kinder bekämen in Kindertagesstätten oder Schulen Zugang zur Bildung. „Und das ist für deren Zukunft das Wichtigste.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7587720?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819401%2F819403%2F
Nachrichten-Ticker