Corona verstärkt Abwärtstrend im Nachwuchsbereich
Immer weniger Jugendkicker

Dülmen. Die Zahl der gemeldeten Jugendmannschaften im Fußballkreis Ahaus/ Coesfeld und damit die Anzahl an Nachwuchskickern ist weiter stark rückläufig. Die Coronapause hat den Effekt noch verstärkt, fürchtet Kreisjugendausschuss-Vorsitzender Sven Wesenberg.

Mittwoch, 29.07.2020, 18:22 Uhr aktualisiert: 29.07.2020, 18:30 Uhr
Autsch: Immer weniger Kinder und Jugendliche wollen Fußballspielen. Die Corona-Pandemie hat den Trend noch einmal verschärft.
Autsch: Immer weniger Kinder und Jugendliche wollen Fußballspielen. Die Corona-Pandemie hat den Trend noch einmal verschärft. Foto: firosportphoto (Archiv)

Corona hat es nicht einfacher gemacht, daran lässt Sven Wesenberg keinen Zweifel. „In einigen Altersklassen ist es schwierig, die Spieler nach der langen Pause wieder zurückzugewinnen“, weiß der Vorsitzende des Kreisjugendausschusses im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld um die Probleme der Vereine. „Das kommt zusätzlich zu demografischen Wandel.“ Die Folge: Auch für die kommende Saison 2020/21 muss im Jugendfußball wieder ein Rückgang der gemeldeten Mannschaften verzeichnet werden – nach aktuellem Stand von 660 im vergangenen Sommer auf nunmehr 627.
Die Zahl könne sich noch nach oben verändern, erklärt Wesenberg. Noch bis zum 1. September sind Nachmeldungen möglich. „Gerade in den jüngeren Altersklassen lassen wir immer einen Platz in den Staffeln frei, damit wir Nachzügler problemlos aufnehmen können.“
Der Trend der vergangenen Jahre werde sich aber kaum umkehren lassen, nach der Corona-Zwangspause umso weniger. Das wirke sich besonders auf die Altersklasse der B-Junioren aus, die nach wie vor am Sonntagmorgen zu ihren Spielen antreten müssen. „Wahrscheinlich war es für einige Jugendliche in der Wochenendplanung ganz angenehm, in den vergangenen Monaten darauf nicht Rücksicht nehmen zu müssen“, spekuliert Wesenberg. Die jetzt wieder ins Boot zu holen, werde schwierig.

Fakt ist: Bis jetzt sind 548 Mannschaften im Juniorenbereich gemeldet, das sind 24 beziehungsweise 4,2 Prozent weniger als in der vergangenen Saison. Noch deutlicher fällt der Rückgang im Mädchenbereich aus, stellt Sven Wesenberg fest: „Zehn Prozent, das ist schon eine große Zahl.“ 79 Teams gehen bei den Juniorinnen an den Start, das sind neun weniger als im Vorjahr. Auf die Altersklassen verteilt sieht das wie folgt aus: A-Junioren 49 Mannschaften, B-Junioren 59, C-Junioren 72, D-Junioren 100, E-Junioren 111, F-Junioren 104, G-Junioren 53; bei den Mädchen: B-Juniorinnen 19, C-Juniorinnen 18, D-Juniorinnen 18, E-Juniorinnen 17 und F-Juniorinnen 7.

Gerade im Mädchenbereich wird in anderen Städten wie Coesfeld nach wie vor verstärkt mit Jugendspielgemeinschaften gearbeitet – ein Modell, das offenbar auch bei den Jungen mehr und mehr in Betracht gezogen wird. So haben die A-Junioren von Adler Buldern und Vorwärts schon seit geraumer Zeit eine Jugendspielgemeinschaft. Bei den B-Junioren kooperieren die Hiddingseler mit der DJK Rödder in einer Jugendspielgemeinschaft.

Ob es nochmal einen Anstieg geben wird? Zur Saison 2015/16 hat der Fußballkreis in der Hinsicht letztmalig positive Zahlen geschrieben – damals kamen aber zunächst SuS Hochmoor und Fortuna Seppenrade und dann auch Union Lüdinghausen und SuS Olfen aus anderen Kreisen neu hinzu. „Das Problem haben nicht nur wir, sondern auch viele andere Sportarten“, verweist Sven Wesenberg auf besagten demografischen Wandel, andere Interessen und nun auch noch die lange Corona-Pause. „Insgesamt sind wir aber in Ahaus/Coesfeld noch gut aufgestellt.“

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