Corona-Schutzverordnung sorgt für Unsicherheit bei Trainern
Ersatzspieler werden nicht gezählt

Dülmen. 30 Personen dürfen aktuell beim Fußball im Freien auf und neben dem Platz stehen. Die Ersatzspieler werden aber nicht mitgezählt. Das hatte bei den Trainern durchaus für Verunsicherung gesorgt. Der Verband hat jetzt Klarheit geschaffen.

Donnerstag, 23.07.2020, 19:12 Uhr aktualisiert: 23.07.2020, 19:50 Uhr
Rödders Trainer Ahmed Ibrahim (links) gibt seinem Auswechselspieler Florian Reining Anweisungen. Ersatzkicker werden nicht zu den 30 Aktiven gezählt, die nach der Corona-Schutzverordnung gleichzeitig auf dem Platz stehen dürfen.
Rödders Trainer Ahmed Ibrahim (links) gibt seinem Auswechselspieler Florian Reining Anweisungen. Ersatzkicker werden nicht zu den 30 Aktiven gezählt, die nach der Corona-Schutzverordnung gleichzeitig auf dem Platz stehen dürfen. Foto: mast

Dülmen. Beim Testspiel zwischen den beiden Fußballmannschaften der DJK Rödder und der TSG Dülmen wurde noch einmal deutlich: Die Verunsicherung bei den Kickern hinsichtlich der Corona-Schutzverordnung ist groß. Niemand will etwas falsch machen.

Und so verzichtete Trainer Manfred Wölpper von der TSG Dülmen auf Auswechselspieler. Das lag aber auch daran, dass er keinen Bruch im Spiel durch zu viele Wechsel wollte. Und auch Trainer Ahmed Ibrahim war sich anfangs nicht sicher, wie viele Kicker er denn nun einsetzen darf.
Denn: Seit dem 15. Juli gilt eine neue Corona-Schutzverordnung (CoronaSchVO). Diese besagt, dass im Freien Kontaktsport in Gruppen bis zu 30 Personen stattfinden kann.
Doch wer zählt denn alles dazu? Bei 22 Kickern auf dem Platz, Schiedsrichtergespann, Trainer und Betreuer sowie eventuell Physio auf beiden Seiten ist die Zahl schnell erreicht. Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW), klärt auf: „Erlaubt ist auf dem Spielfeld das Spiel elf gegen elf. Dazu kommen die Schiedsrichterinnen beziehungsweise Schiedsrichter und Trainerinnen und Trainer. Auch der Physio, sollte eine Mannschaft über eine entsprechende Person verfügen, wird dazu gezählt“, erklärt Manfred Schnieders nach einem Gespräch mit dem Landessportbund NRW. „Die ‚30‘ bezieht sich auf die Personen, die aktiv am Spiel auf dem Platz beteiligt sind. Bei einer Auswechslung ändert sich die Anzahl der Personen auf dem Spielfeld logischerweise nicht.“

Eine Mannschaft könne also beliebig viele Spielerinnen oder Spieler einsetzen, so Schnieders weiter, der gleichzeitig erklärt, dass die Obergrenze für den Trainingsbetrieb eingeführt wurde. „Sollte hier eine Trainingsgruppe über 30 Teilnehmende haben, geht das nicht. Hier greift dann die Begrenzung“, erklärt der Vizepräsident Amateurfußball und betont, dass das letzte Wort in der Angelegenheit die jeweiligen Kommunen haben.
Eine Rückverfolgung und die Einhaltung der Abstandsregeln sowie ein ausgearbeitet Hygienekonzept ist aber weiterhin unerlässlich. Dies gilt auch für eine weitere Lockerung: Mit den Neuerungen dürfen sich nun auch bis zu 300 Zuschauer auf einer Sportanlage aufhalten.
Zuschauer müssen sich mit Angaben des Namens und der Kontaktdaten daher in entsprechende Listen beim Betreten der jeweiligen Sportplätze eintragen.

Um einen bestmöglichen Gesundheitsschutz zu gewährleisten, werde die Sportanlage in drei Zonen aufgeteilt, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes: Das Spielfeld und der Innenraum mit den Auswechselbänken sind Zone eins, die Umkleidebereiche bilden Zone zwei. Der gesamte zugängliche Publikumsbereich im Außen-/Freiluftbereich des Sportgeländes wird als Zone drei bezeichnet. Ausgenommen vom Konzept sind sämtliche sonstigen Innenbereiche von Gebäuden, gastronomische Einrichtungen, Einrichtungen zur Sportplatzpflege und Sporthallen. Hierfür können gegebenenfalls eigene Hygienekonzepte notwendig sein - je nach Verordnungen der Behörden.

Im Bereich „Einschätzungen zum Infektionsrisiko“ wird in der Verbandsmitteilung klargestellt: „Ausgangslage für sämtliche aufgeführten Maßnahmen, Regelungen und Empfehlungen ist die Annahme, dass eine Ansteckung mit SARS-CoV-2 zwar möglich, die Wahrscheinlichkeit aber durch das Umsetzen der genannten Hygienemaßnahmen sehr gering ist.“

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