Wilfried Rath über 18 Jahre Adler-Cup
Als Buldern in aller Munde war

Buldern.  Noch heute bekommt Wilfried Rath manchmal Gänsehaut, wenn er sich an das Ritual vor dem Finale des Adler-Cups erinnert: Die Mehrzweckhalle wurde abgedunkelt, bevor die besten B-Jugendfußballteams im Nebel mit Musik und Verfolgerspots unter dem Beifall der Fans einliefen.
Von 1995 bis 2012 war das Turnier fester Bestandteil im Jahreskalender der Nachwuchskicker.

Freitag, 08.05.2020, 19:00 Uhr
Wilfried Rath über 18 Jahre Adler-Cup : Als Buldern in aller Munde war
Wilfried Rath bei der Ehrung der letzten Turniersieger im Jahr 2012. Foto: Stief

Dabei war die Idee von Markus Große Verspohl und Rath zunächst nur, durch ein Turnier mit Teams aus der Umgebung „etwas Geld für die Mannschaftsfahrt zum Ijsselmeer zusammen zu bekommen.“ Als dann neben Preußen Münster und dem SuS Stadtlohn auch die Profiteams von RW Essen, MSV Duisburg, Werder Bremen und Arminia Bielefeld zusagten, blieb nachher noch „ein kleiner Überschuss.“ Der Grundstock für die nächste Auflage, dann schon mit internationalem Flair durch FC Twente Enschede.

Tummelplatz für Spitzenteams

Zwei Jahre später war das Turnier bei der U17 schon in aller Munde. „Und für uns wurde es immer einfacher, Spitzenteams zu verpflichten.“ 30 Nachwuchsteams der Profis von Hansa Rostock bis zum 1. FC Kaiserslautern kamen. Autogrammjäger konnten die Unterschriften von Toni Kroos, Manuel Neuer, André Schürrle, Benedikt Höwedes, Ron-Robert Zieler, Serdar Tasci, Christian Pander oder Christoph Metzelder ergattern. Die Mutter aller Derbys gab es natürlich auch in Buldern - und etwas für die Statistiker: Dreimal gewann Borussia Dortmund den Adler-Cup und dreimal auch Eintracht Frankfurt, das auch im Jahre 2012 jubelte. Was im Januar noch niemand wusste: Es war auch das letzte große Eintagesturnier für U17-Teams in Deutschland.

Opfer der Professionalisierung

„Die talentierten Jugendlichen wurden in den Bundesliganachwuchsteams unter immer professionelleren Bedingungen trainiert. Analog dem Profibereich wird dabei ganz oder teilweise auf die Teilnahme an Hallenturnieren verzichtet“, erklärte Rath im April 2012, nachdem er sich zahlreiche Absage für die geplante 19. Auflage im Jahr 2013 eingehandelt hatte.
Geblieben sind die positiven Erinnerungen: „Im Laufe der Zeit haben sich während des Turniers und bei den jährlichen Ausflügen zu den Bundesligavereinen viele persönliche Kontakte entwickelt, die teilweise weit über die Turnierteilnahme hinaus anhielten.“ Namhafte Beispiele sind die Ex-Profis und ehemalige U17-Trainer Manni Dubski (Schalke 04), Frank Neubarth (Werder Bremen), Dirk Lottner (1. FC Köln) und Roland Kroos (FC Hansa Rostock, Vater von Toni Kroos).

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