Wie die Fußball-Saison weitergeht
Abbruch am wenigsten ungerecht

Dülmen. Der FLVW will sich bei den Vereinen ein Stimmungsbild holen, wie es mit der Fußball-Saison weitergehen soll. Im Raum stehen Abbruch mit oder ohne Wertung sowie die Fortsetzung im September. Erste Reaktionen hat die DZ gesammelt.

Freitag, 17.04.2020, 18:30 Uhr
Wie die Fußball-Saison weitergeht: Abbruch am wenigsten ungerecht
Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis in der Kreisliga wieder Fußball gespielt wird. Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen hat vier Vorschläge unterbreitet und holt sich nun ein Stimmungsbild bei den Vereinen ein. Foto: pah

Der Amateurfußball ruht weiter. Noch gibt es keine Aussage, wie und ob es mit der Saison 2019/20 überhaupt weitergeht. In anderen Ländern hat es mittlerweile Entscheidungen gegeben. Viele haben die Ligen unterhalb der Profis für beendet erklärt.

Während England die Saison für nichtig erklärte, es gibt also keine Auf- und Absteiger, haben andere Verbände die aktuellen Tabellenstände gewertet. Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) will sich nun ein Stimmungsbild aus den Vereinen holen (siehe nebenstehende Meldung), wie es mit der Saison weitergehen würde.

Mehrere Szenarien

Würde man die aktuellen Tabellenstände werten, dann gäbe es in den heimischen Ligen auch keine Probleme. Denn alle Teams im Aufstiegskampf haben entweder die gleiche Zahl an Spielen absolviert, oder sind punktemäßig so weit auseinander, dass sie auch bei erfolgreich angerechneten Nachholspielen weiter hinter dem Spitzenreiter liegen.

So hat der SuS Legden in der Kreisliga A2 aktuell zwei Spiele weniger absolviert, als Spitzenreiter DJK Coesfeld. Der Rückstand in der Tabelle beträgt aber bereits elf Punkte.

Die Wertung der aktuellen Tabellen würde zwei Dülmener Teams zu Meistern machen. In der Kreisliga C2 liegt die TSG Dülmen III aktuell acht Punkte vor Vorwärts Hiddingsel, und hat sogar ein Spiel weniger ausgetragen. In der Kreisliga D3 sind die Sportfreunde Merfeld III vorne, bei gleicher Spielzahl sind es sieben Punkte Vorsprung vor der dritten Mannschaft von Adler Buldern.

Sollte die Saison nicht beendet, aber gewertet werden, wird es zwar Auf-, aber keine Absteiger geben. Davon könnte in der Kreisliga A Brukteria Rorup profitieren, ebenso von einer kompletten Annullierung der Saison. Dann würde es weder Auf- noch Absteiger geben.

Stimmen der Trainer

Brukteria Trainer Reinhard Höing spricht sich auch für einen Saisonabbruch ohne Wertung aus, blickt dabei aber nicht nur auf die Situation seiner Mannschaft. „Im Moment gibt es keine gerechte Lösung. Diese finde ich am wenigsten ungerecht“, erklärt er.

Sollte es nur Aufsteiger geben, dann steige damit die Zahl der Absteiger in den kommenden Jahren. „Ich kann natürlich die Sicht der Teams von oben verstehen. Aber egal, wie wir uns entscheiden, es wird immer welche treffen. Zumal Höing noch eine lange Zeit ohne Fußball in den Kreisligen erwartet. „Fußball ist die schönste Nebensache der Welt, aber eine Nebensache.“

TSG-Trainer Marcus Fischer hält die Wertung der Hinrundentabelle für die fairste Lösung. „Dann hat jeder einmal gegeneinander gespielt. Bei der aktuellen Tabelle hast Du vielleicht schon die starken Teams gespielt, andere nur schwächere.“

Bei einer Fortsetzung der Saison erwartet Fischer ein „komplettes Durcheinander“, schließlich hätten alle Spieler und Trainer nur bis zum 30. Juni zugesagt und daher müssten viele Fristen geändert werden.

Für Rödders Trainer Ralf Kemper wäre ein Abbruch der Saison „fast schon die beste Lösung“. „Dann hätte man einen sauberen Cut und könnte, eventuell mit etwas Verspätung, in die neue Saison starten.“

Eine Fortsetzung im September hält er für nicht sinnvoll. „Wir sind seit März raus. Und dann gibt es noch Spieler und Trainer, die nach der Saison wechseln. Zudem, wie soll es dann mit der neuen Saison weitergehen?“ Auch würden zahlreiche Englische Wochen für eine große Belastung bei Spielern und Schiedsrichtern sorgen.

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