Bogenschützen-Duo kann wegen der Corona-Pandemie nicht nach Nordirland
Der Traum von der EM ist geplatzt

Dülmen. Am Freitag sollten für die beiden Dülmener Thomas Wensing und Christian Schob die Wettbewerbe bei der Europameisterschaft der Bogenschützen in Nordirland beginnen. Der Traum ist wegen des Coronavirus nun geplatzt. 

Donnerstag, 19.03.2020, 18:47 Uhr aktualisiert: 19.03.2020, 18:50 Uhr
Christian Schob hatte sich zusammen mit Thomas Wensing intensiv für die Europameisterschaft der Bogenschützen vorbereitet. Jetzt mussten sie ihre Teilnahme absagen.
Christian Schob hatte sich zusammen mit Thomas Wensing intensiv für die Europameisterschaft der Bogenschützen vorbereitet. Jetzt mussten sie ihre Teilnahme absagen. Foto: privat

Seit vergangenen Montag wollten Christian Schob und sein Vereinskollege Thomas Wensing sowie Familienmitglieder eigentlich schon in Nordirland sein. Zwei Tage Stadtbesichtigung in Belfast und dann Vorbereitung auf die heute beginnenden Europameisterschaften der Bogenschützen. Für die Wettkämpfe hatten sich die beiden Dülmener, die für einen Bogensportverein in Münster starten, einiges vorgenommen.
Doch die beiden Bogensportler sind nicht geflogen. „Das war ein schöner Traum. Jetzt ist es ganz bitter.“ Aufgrund der aktuellen Coronavirus-Pandemie sind die Dülmener Zuhause geblieben. „Am Ende hat die Vernunft gesiegt und nicht der sportliche Ehrgeiz“, sagt Christian Schob im DZ-Gespräch - und die Enttäuschung ist ihm anzuhören.

"Das war uns zu heikel"

Über Qualifikationsturniere hatten sich die Bogenschützen für das Turnier in Nordirland die Startberechtigung erschossen. Jetzt war alles für die Katz. Dabei sei das Turnier, Stand gestern Mittag, noch nicht einmal offiziell abgesagt. Schob: „Aber uns war das zu heikel. Wir können ja nicht wissen, was dann mit der Ausreise ist.“ Und der sportliche Wert der Veranstaltung sei jetzt auch mehr als fraglich. „Die Holländer, Dänen und zum Beispiel auch die Schweizer haben ihre Teilnahme ja auch schon alle abgesagt.“

Schob wundert sich, dass die Veranstalter noch an dem Wettbewerb festhalten. „Eigentlich gibt es eine Pressemitteilung, dass auch in Nordirland Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen aufgrund der Coronavirus-Pandemie verboten sind.“ Für die Europameisterschaft hatten sich mehr als 500 Schützen angemeldet, plus Zuschauer und Personal.

Kosten bleiben hängen

Die beiden Dülmener hatten die Teilnahme an den kontinentalen Wettkämpfen, sprich Gebühren, Flug und Unterkunft, selbst finanziert. Auf einen Teil der Kosten bleiben sie jetzt sitzen. „Zum Glück ist uns der Vermieter der Ferienwohnung schon entgegengekommen. Der hatte sehr viel Verständnis.“ Das Startgeld in Höhe von 120 Euro pro Person „müssen wir Stand heute allerdings abschreiben. Das werden wir vom Veranstalter wohl nicht zurückbekommen.“ Das sei alles sehr schade, „aber die Gesundheit ist das höchste Gut. Das wollten wir nicht gefährden.“

Krafttraining und Gymnastik

Da auch in Münster die Schießbahnen gesperrt sind und Bogensport sich in den eigenen vier Wänden nicht unbedingt anbietet, hält sich Christian Schob derzeit mit Krafttraining und Gymnastik fit. Gleichwohl hofft der Dülmener, zeitnah wieder an die Schießlinie treten zu können. „Und im nächsten Jahr wollen wir dann auch wieder bei einem internationalen Wettbewerb dabei sein.“

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