Hohe Geldstrafe für verbale Gewalt gegen den Schiedsrichter
„Schreihälse gezielt ansprechen“

Dülmen. Nach einem verbalen Angriff auf den Schiedsrichter, ist der Verein RW Nienborg vor der Verbandsspruchkammer verurteilt worden. Der Kreisvorstand unterstützt die Vereine, Schreihälse anzusprechen. Die Clubs nehmen das Thema ernst.

Mittwoch, 06.11.2019, 18:08 Uhr aktualisiert: 06.11.2019, 18:10 Uhr
Hohe Geldstrafe für verbale Gewalt gegen den Schiedsrichter: „Schreihälse gezielt ansprechen“
Das Landesliga-Spiel der TSG Dülmen gegen den SV Burgsteinfurt landete 2016 vor der Verbandsspruchkammer. Die TSG musste für mangelnden Ordnungsdienst 500 Euro Strafe bezahlen. Foto: jp

Die Bilder aus dem hessischen Münster, wo ein Fußballer den Schiedsrichter per Faustschlag niederstreckte, gingen vor einigen Wochen durch die Republik. Und auch im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld nehmen die Fälle, vor allem von verbaler Gewalt gegen den Unparteiischen, zu. „Vor drei Jahren haben wir immer gesagt, so etwas gibt es bei uns nicht. Heute würde ich das nicht mehr sagen“, so Willy Westphal, Vorsitzender des Fußballkreises.

Hohe Geldstrafe

Denn erstmals gab es nun ein Urteil des Verbandsgerichtes zum Thema verbale Gewalt. So wurde RW Nienborg für die Vorfälle beim B-Liga-Spiel gegen die SG Gronau zu einer Strafe von 1250 Euro verurteilt, 250 Euro davon auf Bewährung. „1000 Euro sind die Mindeststrafe.

Und bei Diskriminierung, sexistischen oder ausländerfeindlichen Äußerungen geht der Fall gleich vor das Verbandsgericht“, erklärt Westphal.

Verband unterstützt Vereine

Damit die Situation nicht weiter eskaliert, stehen Verband und Vereine im steten Austausch. „Ich habe den Eindruck, die Vereine nehmen das Thema ernst.“ So habe er es in einer Runde mit Vorständen von sieben Vereinen empfunden, die am Montagabend stattfand. „Wir befinden uns nicht in der Anonymität von 80.000 Zuschauern“, so Westphal. Der Schiedsrichter sollte zumindest den Bereich auf dem Sportplatz angeben, von woher die verbalen Attacken kamen.

Für den Kreisvorsitzenden ist es aber auch verständlich, dass sich die Vereine oft schwer tun, die „Schreihälse“ anzusprechen. „Das sind oft Leute, die dem Verein lange verbunden sind, oder halt auch Geldgeber sind.“ Trotzdem sehen die Vereine die Notwendigkeit, einzugreifen, damit aus verbaler nicht körperliche Gewalt wird. „Der Verein hat die Möglichkeit, diese Leute gezielt anzusprechen. Und dabei wollen wir die Clubs unterstützen, es geht nicht darum, sie niederzumachen“, erklärt Westphal. Es gehe in den Gesprächen darum, „ohne Schuldzuweisungen zu zeigen, wie man so etwas in Zukunft vermeiden kann.“

Dass im aktuellen Fall „nur“ eine Geldstrafe ausgesprochen wurde, lag auch an der Mitarbeit von RW Nienborg. So habe der Verein zahlreiche präventive Maßnahmen eingeleitet. Die Einträge der Schiedsrichter in den Spielberichten mehren sich. „Das liegt aber auch daran, dass sie vom DFB sensibilisiert werden.“ Daher müsse schon einmal gefiltert werden, welche Sachen dann sportgerichtlich behandelt werden. „Aber wehret den Anfängen.“

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