Floorballer des TV Dülmen erleben eine ganz besondere Trainingseinheit
"Im Rollstuhl sind wir alle gleich"

Dülmen.  Eine außergewöhnliche Trainingseinheit erlebten am Dienstag die Floorballer des TV Dülmen. Im Rahmen des Telekom-Förderprojektes „Neue Sporterfahrung“ hatten mit Marius Neeb und Frederic Jäntsch zwei Übungsleiter aus dem Bundesligateam der Rollstuhl-Basketballer der Köln 99ers an der Halle der Hermann-Leeser-Schule Station gemacht.

Donnerstag, 10.10.2019, 18:30 Uhr
Am Ende der Trainingseinheit entwickelte sich ein flottes Spiel in der Halle der Hermann-Leeser-Schule.
Am Ende der Trainingseinheit entwickelte sich ein flottes Spiel in der Halle der Hermann-Leeser-Schule. Foto: stb

90 Minuten boten sie den Blau-Weißen die Gelegenheit, das eindrucksvolle Spiel auf Rädern und die schnelle und leidenschaftliche Jagd nach Körben auf Rädern kennenzulernen.

Karambolagen ohne Folgen

So hatten die beiden aktiven Sportler aus der Domstadt einen Satz robuster Hightech-Sportrollstühle im Gepäck, die mit schräg gestellten Reifen und zusätzlichen Rollen am Fahrgestell eine gewisse Kippsicherheit mitbringen. Dadurch blieb auch so manche gewollte oder nicht gewollte Karambolage beim anfänglichen Erlernen der Fahrtechniken ohne Folgen.

Lediglich die aufgestellten Kunststoffhütchen wurden bei den Vorwärts- und Rückwärtsfahrten durch den Slalomparcours etwas in Mitleidenschaft gezogen. Einer kurzen Regelkunde zu „Schrittfehlern“ folgte die durch die Bewegungseinschränkung gar nicht so einfache Behandlung des Balls beim Dribbeln, Passspiel und beim Wurf auf den Korb. Nach 60 Minuten waren alle Voraussetzungen für ein rasantes Match gegeben. So kurvten und sausten die Korbjäger mit ihren Rollis durch die Halle, suchten nach freien Räumen und stellten bei dem von viel Spaß und Ehrgeiz getragenen Spiel auch ihre neu gewonnene Pass- und Treffsicherheit unter Beweis.

„Im Rollstuhl sind wir alle gleich“, beschreibt der durch eine Bewegungseinschränkung der Beine auf einen Rollstuhl angewiesene Marius Neeb die perfekten Voraussetzungen, die der Rollstuhlbasketball für Inklusion und den Fairnessgedanken bietet. Denn bei der Disziplin der Paraolympischen Spiele dürfen in gemischten Frauen- und Männermannschaften auch Nichtbehinderte mitspielen.

Respekt und Teamgeist

„Der gemeinsam betriebene Sport, bei dem der Grad der Behinderung der einzelnen Mannschaftsmitglieder durch ein Punktesystem in die Wertung einfließt, vermittelt so wichtige Werte wie Respekt und Teamgeist“ ergänzt der Nichtbehinderte Trainer und Center Frederic Jäntsch. „Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, ist aber viel anstrengender als ich gedacht hatte“ zog Floorball-Trainer Tim David ein positives Fazit dieser einmaligen Trainingserfahrung, die ihm und dem Team einen ganz neuen Blickwinkel auf die Sportwelt der Menschen mit Handicap eröffnete.

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