Dülmenerin wechselt in die Bundesliga zum USC
Noch ein Luther-Jahr?

Dülmen. Das Reformationsjubiläum war ja eigentlich 2017. Trotzdem könnte 2019 ein neuerliches Luther-Jahr werden - zumindest für eine junge Volleyballerin, die drei Jahre den Dress des Drittligisten ASV Senden trug: Doreen Luther wechselt in die Beletage, zum ruhmreichen USC Münster.

Freitag, 12.07.2019, 18:42 Uhr aktualisiert: 12.07.2019, 18:50 Uhr
Binnen drei Jahren von der Bezirksliga in die Beletage: „Irre“ findet das Doreen Luther.
Binnen drei Jahren von der Bezirksliga in die Beletage: „Irre“ findet das Doreen Luther. Foto: USC

Von langer Hand geplant war der Transfer-Coup nicht. Im Gegenteil: Eigentlich sollte die 22-jährige Dülmenerin zum SV Bad Laer wechseln. „Ich hatte mich sogar schon nach einer Bleibe in der Nähe umgeschaut“, erzählt die Universalangreiferin. „Leider hat mich Doreen dann im Stich gelassen“, fährt Suha Yaglioglu fort.

Der langjährige ASV-Trainer heuert bekanntlich als Chef-Coach beim Zweitligisten im Landkreis Osnabrück an. Dass Yaglioglu bei der Feststellung mit den Augen zwinkert, beweist natürlich, dass er seiner Lieblingsspielerin nicht wirklich böse ist. Ein Talent, das er selbst maßgeblich geformt hat, in Liga eins: Das erfüllt auch den Diplomsportlehrer mit Stolz.

Aber zurück zu seinem Schützling: Kurz bevor sich Luther gen Niedersachsen verfügte, kam das unwiderstehliche Angebot des Rekordmeisters West. Andrea Büring, Spielerin des damaligen ASV-Ligarivalen Münster II und Ehefrau von USC-Sportvorstand Axel Büring, habe sie in den beiden Duellen mit Senden unter die Lupe genommen, wie die groß gewachsene, gertenschlanke Angreiferin später erfuhr. „Vielleicht hat sie im Hinspiel nicht so genau hingeschaut“, lacht Luther. Am Berg Fidel blieb sie - wie das komplette ASV-Team - unter ihren Möglichkeiten.

Eindruck hinterlassen

Im Rückspiel muss sie dann aber doch einen bleibenden Eindruck bei Büring hinterlassen haben. So ganz kann die pharmazeutisch- technische Assistentin ihr Glück noch gar nicht fassen. Als die Dülmenerin 2016 vom örtlichen Bezirksligisten in den Sportpark kam, „da konnte ich praktisch nichts. Und demnächst spiele ich in der ersten Liga - irre!“ Yaglioglu habe sie „alles zu verdanken. Ohne Suha wäre ich garantiert nicht dort, wo ich jetzt bin.“

Keine Angst vor großen Namen

Angst vor großen Namen hat Luther keine. Schon aus dem einfachen Grund, da sie bis zum ersten Probetraining außer der künftigen Co-Trainerin der „Unabhängigen“, Lisa Thomsen, „fast niemanden beim USC kannte“. Zwar sei ihr klar, „dass ich in Münster deutlich mehr Zeit auf der Bank verbringen werde als in Senden“. Trotzdem setze sie alles auf eine Karte: „Ich könnte in Münster Pharmazie studieren, das ist eh eine Option für die Zukunft. Aber gleichzeitig Uni und Bundesliga? Nee. Lieber eine Sache ganz machen, als zwei Dinge halb.“

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