Sportfotograf Jürgen Fromme zeigt sein Bild 2018
Klatschnasses Trikot steht in der Luft

Dülmen. Der 8. August ist ein lauer Mittwochabend. Und Sportfotograf Jürgen Fromme aus Dülmen überlegt sich kurzfristig, doch selber nach Osnabrück zu fahren. Da steht das Drittliga-Spiel gegen 1860 München an. „Ich war am Abend vorher schon in Kaiserslautern und habe auf dem Betzenberg den 2:1-Erfolg von Preußen Münster fotografiert“, so Fromme, der noch voller Euphorie „nach dem Erfolg meiner Preußen in letzter Minute“ war. Und so dachte sich der Inhaber der Dülmener Sportfotoagentur firo: „Man lernt ja immer dazu und in Osnabrück passiert bestimmt auch etwas.“

Freitag, 04.01.2019, 19:09 Uhr aktualisiert: 04.01.2019, 19:20 Uhr
Der Osnabrücker Drittliga-Spieler Marcos Alvarez schmeißt nach dem Torjubel sein Trikot wieder über. Sportfotograf Jürgen Fromme hält den Moment mit seinem 400er-Tele fest.
Der Osnabrücker Drittliga-Spieler Marcos Alvarez schmeißt nach dem Torjubel sein Trikot wieder über. Sportfotograf Jürgen Fromme hält den Moment mit seinem 400er-Tele fest. Foto: Jürgen Fromme

Zum Saisonbeginn liegen die Osnabrücker mit 1:2 hinten, als sie in der Nachspielzeit einen Freistoß zugesprochen bekommen - wie schon die Preußen am Tag zuvor. „Da bin ich extra 30 Meter an der Linie entlang gelaufen, um eine bessere Sicht zu haben.“ Viele andere Fotografen waren nicht da, beziehungsweise liefen nicht mit. Der Osnabrücker Marcos Alvarez schnappt sich die Kugel. „Er war erst kurz zuvor eingewechselt worden. Er hatte zu der Zeit einen etwas schwereren Stand bei seinem Trainer, weil er als nicht ganz austrainiert galt.“ Alvarez hämmert den Ball in das linke obere Toreck - 2:2. Der Torschütze läuft jubelnd zur Eckfahne und zieht sich das Trikot über den Kopf. Der 27-Jährige entblößt seinen tätowierten Oberkörper.

„Das hatte er absichtlich gemacht, um seinen durchaus durchtrainierten Body zu zeigen.“ Fromme ist zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz und hält den Moment fest. Als Alvarez sein Trikot wieder überstreifen will, steht das klatschnasse Hemd für einen Bruchteil einer Sekunde nahezu senkrecht. Der Dülmener Fotograf Fromme friert die Szene in fast 40 Metern Entfernung mit seinem 400er-Tele, der Blende 2,8 bei einer Iso-Empfindlichkeit von 2500 mit einer 2000stel Sekunde ein.

„Mir gefällt das Bild, weil es ein Hingucker ist. Jeder Betrachter überlegt einen Moment und denkt: Was ist das denn.“ Daher ist das Motiv des jubelnden VfL-Spielers das Bild des Jahres für den Dülmener Sportfotografen, der zigtausend Fotos auf den diversen Fußballplätzen in 2018 gemacht hat. Fromme will das Bild auch zur Wahl des Sportfotos des Jahres stellen. Drei Mal hat er den Wettbewerb schon gewonnen.

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