Technik
Von der Lichttraverse bis zur Seilwinde: Veranstaltungstechnik auf dem Prüfstand

Ob Rockkonzert, Open-Air-Oper, Theater oder Kunstperformance: Live-Veranstaltungen sind aufwendige Angelegenheiten – eine ausgefeilte, moderne Bühnentechnik macht es möglich. Sämtliche Beteiligten vom Künstler bis hin zum Publikum verlassen sich darauf, dass alles perfekt und sicher funktioniert. Dafür trägt hinter der Bühne der Veranstalter die Verantwortung – und der Ingenieur, der die Bühnentechnik auf ihre Sicherheit hin überprüft.

Donnerstag, 07.09.2017, 16:15 Uhr

Technik: Von der Lichttraverse bis zur Seilwinde:  Veranstaltungstechnik auf dem Prüfstand
Foto: Pexels /pixabay

Veranstalter ist in der Pflicht

Die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen weist auf ihrer Website darauf hin, dass bei der Prüfung von Bühnen- und Veranstaltungstechnik sowohl der Veranstalter als auch der von ihm beauftragte Sachverständige ein hohes Maß an Verantwortung tragen. Es geht nicht nur um die Sicherheit der Mitarbeiter und Künstler, sondern auch um die des zahlenden Publikums.

Ein Veranstaltungsort wie eine Konzert- oder Theaterbühne besitzt eine Vielzahl an technischen Arbeitsmitteln, Geräten und Maschinen – an Traversen hängende Lichttechnik, die Tontechnik, Medien-Steuerpulte, Nebelmaschinen oder Hebezeuge und Seilwinden, die zum schnellen Wechsel von Bühnenbildern dienen. Zusätzlich spielen bei der Prüfung der komplexen Bühnen-Hardware auch die verschiedenen Hersteller und Gerätegenerationen eine Rolle. Allein deswegen kommen ausschließlich Profis infrage – sogenannte Ermächtigte Sachverständige, die die Bühnentechnik prüfen und den Prüfvorgang dokumentieren.

Ausreichende Qualifikation des Sachverständigen ist Pflicht

Der Veranstalter beauftragt zur Prüfung einen Sachverständigen. Dazu muss er eine vollständige Leistungsbeschreibung erstellen und sicherstellen, dass der Sachverständige ausreichend qualifiziert ist. Dieser muss die anstehende Prüfung neutral und unparteilich durchführen. Der Sachverständige muss zum Prüfen ermächtigt sein – dazu muss er unter anderem eine abgeschlossene Ausbildung als Ingenieur besitzen, mindestens drei Jahre Erfahrung im Fachgebiet Veranstaltungs- und Produktionsstätten haben, ein überdurchschnittliches Fachwissen vorweisen und die rechtlichen Grundlagen kennen. Seine Ermächtigung wird durch eine Urkunde nachgewiesen.

Ein Ermächtigter Sachverständiger trägt ein großes Maß an Verantwortung, denn von seiner Prüfung der Veranstaltungstechnik können unter Umständen Menschenleben abhängen. Ihm wird viel Vertrauen vom Auftraggeber entgegengebracht, aber auch eine hohe Erwartungshaltung. Sein Prüfergebnis kann weitreichende wirtschaftliche Auswirkungen für den Auftraggeber haben, etwa, wenn nachgebessert werden muss. Dabei trägt der Ermächtigte Sachverständige selbst sowohl ein finanzielles als auch ein strafrechtliches Haftungsrisiko. Erst wenn er mit seiner Arbeit fertig ist, kann die Veranstaltung steigen – mit maximaler Sicherheit.

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