Tourismus
«Weg von der Masse»: Skitouren und Freeriden im Trend

München (dpa/tmn) - Immer mehr Skifahrer sind abseits der Pisten unterwegs - als Tourengeher oder Freerider. Beides ist im Trend. Die Hersteller warten mit vielen Neuerungen auf.

Dienstag, 28.01.2014, 08:28 Uhr

Aufstiege in unberührter Natur, Abfahrten im Tiefschnee: Skitourengehen und Freeriden sind die großen Trends in Sachen Wintersport auf der Sportartikelmesse Ispo (26. bis 29. Januar) in München .

«Die Wintersportler zieht es seit einigen Jahren immer stärker in Gebiete abseits der Pisten», sagt Andreas König vom Deutschen Skiverband ( DSV ). Für Christoph Ebert vom Kompetenzentrum Sport, Gesundheit und Technologie in Garmisch-Partenkirchen sind hierbei vor allem zwei Dinge entscheidend: Fitness und Naturerlebnis. «Vielen fehlt beim Alpinskifahren einfach der sportliche Aspekt.»

Wie wichtig das Segment für die Hersteller geworden ist, zeigt schon ein Blick auf die Messestände. Bei Blizzard zum Beispiel besteht mittlerweile etwa die Hälfte der Kollektion aus Freeride- und Tourenski. «Der Tourenmarkt wächst extrem schnell», hat Herbert Buchsteiner von Atomic beobachtet. «Die Menschen wollen sich bewegen, zudem werden die Pisten immer voller.» Ein Sprecher von K2 sieht es ähnlich: «Weg von der Piste, weg von der Masse» sei das Motto.

Die Hersteller tüfteln dabei an vielen Dingen. Völkl zum Beispiel hat mit der BMT-Serie (Big Mountain Touring) Tourenski und Freeride-Ski verschmolzen. «Die Ski sind so leicht wie ein Tourenski und bei der Abfahrt so leistungsfähig wie ein Freerideski», verspricht Produktmanager Patrick Wesch. Von der «eierlegenden Wollmilchsau» spricht in diesem Zusammenhang DSV-Mann König. «Die Segmente Freeriden und Tourengehen verschmilzen immer mehr miteinander. Der Freerider will eben auch mal ein Stück aufsteigen, und der Tourengeher eine gute Abfahrtsperformance.»

Die Rocker-Technologie ist bei den Ski ohnehin längst Standard, Atomic bastelt nun an einer weiteren Feinheit. So ist die Skispitze des Bent Chetlers mit der sogenannten HRZN Technologie nicht mehr nur vorne hochgezogen, sondern auch an den Seiten - ähnlich wie der Bug eines Schiffs. Das soll für noch mehr Auftrieb sorgen.

Salomon baut seine Honigwaben nun auch in Touren- und Freerideskier ein. Durch die Aussparungen in der Skispitze wird der Ski leichter. Fischer setzt neben leichten Ski auch auf das Thema Schuhe. Die Österreicher präsentieren mit dem Transalp Vacuum TS Lite einen komplett individuell anpassbaren Tourenschuh.

Auch das Angebot nach den passenden Sicherheitsartikeln wächst. Im vergangenen Jahr hatten die Lawinenairbags ihren Durchbruch auf der Messe gefeiert. Im Falle eines Lawinenabgangs können Skifahrer eine Reißleine ziehen und sollen dank des Lufkissens in der Lawine oben schwimmen. K2 hat seine Kollektion jetzt um einen Rucksack mit integriertem Airbag erweitert.

Der Airbag von Mammut passt mittlerweile in eine spezielle Weste. Die Alyeska Protection West bietet daneben ein kleines Fach für Schaufel, Sonde und Ortungsgerät - die Grundausrüstung für Skitourengeher. In die Rückenpartie ist ein Protektor eingearbeitet. Auch der klassische Airbagrucksack wurde noch einmal verschlankt. «Skitourengeher achten häufig mehr auf das Gewicht als auf die Sicherheit», erklärt ein Sprecher. «Das sollte mit den neuen Produkten eigentlich kein Thema mehr sein.» Der Preis ist nach wie vor hoch: 500 Euro sind bei den meisten Herstellern mindestens für einen Airbag fällig.

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