Reisetipp
Costa Daurada lockt mit vielfältigen Aktivitäten rund ums Wasser

„Costa Daurada“ bedeutet übersetzt „Goldene Küste“. Seinen klangvollen Namen verdankt dieser Mittelmeer-abschnitt in Katalonien vor allem seinen feinsandigen Stränden, die sich über insgesamt 92 Kilometer erstrecken. Klar, dass sich hier (fast) alles ums Wasser dreht!

Sonntag, 02.06.2019, 15:00 Uhr
Wenn die rote Flagge im Wind knattert, genießt die Urlauber das Meer besser von der Land aus. Ein seltenes Bild:Wenn nicht gerade die rote Flagge am Strand im Wind knattert, ist die Costa Daurada ein Dorado für Wassersportler. ibn
Wenn die rote Flagge im Wind knattert, genießt die Urlauber das Meer besser von der Land aus. Ein seltenes Bild:Wenn nicht gerade die rote Flagge am Strand im Wind knattert, ist die Costa Daurada ein Dorado für Wassersportler. ibn Foto: Ines-Bianca Hartmeyer

Woge um Woge rollt heran. Es rauscht und brandet. Wo die Wellen auf Stein treffen, spritzt die Gischt meterweit empor. Am Strand knattert die rote Flagge im Wind und signalisiert unmissverständlich: „Baden verboten bei dieser Wetterlage!“ Das Team des „Club Nàutic Salou“ an der spanischen Mittelmeerküste blickt skeptisch auf das Treiben der Naturgewalten. Jet-Ski, Kajak und die Stehpaddel-Boards stehen hier hoch im Kurs – heute aber haben sie Hausarrest. „Normalerweise liegt das Meer so glatt da wie eine Badewanne“ – Jordi Rom von der regionalen Wassersportstation hat die Costa Daurada noch nie so stürmisch erlebt.

Küstenwanderweg am Cap Salou

Die Gäste hingegen genießen das ungewöhnliche Schauspiel. Der Küstenwanderweg am Cap Salou wird zum Abenteuerland, am Platja dels Capellans versuchen Spaziergänger lachend, den richtigen Moment abzupassen, um auf dem hölzernen Steg trockenen Fußes die Felsformation zu umrunden, die den launischen Wogen ausgeliefert ist. Und dann legt die Costa Daurada noch eine Schippe drauf und macht ihrem Namen alle Ehre: Millionenfach reflektieren die Gischttröpfchen das Licht der untergehenden Sonne und tauchen die Landschaft in Gold. Für einen kurzen Moment steht die Welt still. Wer nicht fotografiert, schaut versonnen aufs katalanische Meer, das sich von einer Minute auf die andere in ein Zauberland verwandelt hat.

Wie weit die Anziehungskraft dieses Landstrichs zwischen Bergen und Mittelmeer reicht, weiß auch Julio Bellaubi. Am 12. April 1969 – seinem Namenstag – zog es den damals 18-jährigen Katalanen nach Hannover. Dort gab es gut bezahlte Arbeit für den gelernten Kfz-Mechaniker und dessen Frau. Doch die Kinder wurden älter, und mit der anstehenden Einschulung gerieten die Bellaubis ins Grübeln. „Wir dachten uns: Wenn die Kinder erst einmal in Deutschland zur Schule gehen, bleiben wir hier und kommen nicht mehr zurück“, erinnert sich der 70-Jährige. „Das konnten wir uns nicht vorstellen!“

„Man muss dieses Land einfach lieben!“

Heute sind die Bellaubis froh über die Entscheidung, zurück nach Spanien zu gehen und sich eine neue Existenz mit Ferienhausvermietung, Angler-Kursen und Bootsverleih aufzubauen. Ihr Zuhause liegt ganz im Süden der Costa Daurada: im Ebro-Delta mit seinen Reisfeldern, den ausgedehnten Naturschutzflächen und den gemächlich dahinfließenden Fluten des zweitgrößten Flusses Spaniens. „Man muss dieses Land einfach lieben!“, schwärmt Bellaubi, während sein Motorboot an goldgelben Stränden, sattgrünen Uferböschungen und einer malerischen Gruppe roséfarbener Flamingos vorbeituckert. Sogar eine Herde Wildpferde lebt im Delta. „Manchmal kommen sie ans Ufer“, bestätigt der Katalane.

Ab und an springt ein Fisch aus dem Wasser. Hier geht es deutlich beschaulicher zu als am nördlichen Küstenabschnitt mit seinem quirligen Strandleben. Aber genau das trifft den Geschmack von Bellaubis Kunden. „Die Männer angeln, die Frauen und Kinder genießen die flachen Buchten“, schildert der Katalane. „Manche Kunden kommen seit 30 Jahren. Und irgendwann bringen die ehemaligen Kinder dann ihre eigenen Kinder mit.“ Viele Familien haben auch ihre Vier­beiner dabei. „Ich lasse gerade in den Gärten unserer Ferienhäuser Hundeduschen installieren“, verrät der geschäftstüchtige Katalane schmunzelnd.

Information

Anreise: Wer nicht mit dem eigenen Auto oder Wohnmobil anreist, bucht am besten einen Flug nach Barcelona und nimmt sich dort einen Mietwagen. Bis nach Salou im Zentrum der Costa Daurada ist es nur eine gute Stunde (knapp 100 Kilometer.

Unterkunft: Ob Campingplatz, Ferienwohnung oder Stadthotel: Das reichhaltige Angebot wird jedem Geschmack gerecht.

Kultur: Kulturliebhaber sollten sich drei Ziele an der Costa Daurada nicht entgehen lassen. Das Zentrum bildet die Stadt Tarragona mit den gut erhaltenen Überresten ihrer glorreichen römischen Geschichte wie dem beeindruckenden Amphitheater am Meer. Nur eine halbe Stunde entfernt liegt bei Montroig del Camp das „Mas Miró“, der Landsitz der Familie Miró. Haus und Werkstatt des Künstlers sind in ihrem originalen Zustand erhalten. Bei Cambrils hat ein weiterer berühmter Künstler seine Spuren hinterlassen: Im geschichtsträchtigen Parc Samà lernte einst Antoni Gaudí sein Handwerk.   https://parcsama.es/parc-sama-cat

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Was auf den Teller kommt

Das Mittagessen offenbart noch eine weitere Trumpfkarte der Costa Daurada und insbesondere des Ebro-Deltas: Der Tisch ist stets reichlich gedeckt mit allem, was Fluss und Meer zu bieten haben, von Austern und anderen Muscheln über Krebse bis hin zur großen Auswahl an Süß- wie Salzwasser­fischen. Sergi Casanova Castells und Alfons Munoz von der Organisation „Deltanatur“ nutzen jede Gelegenheit, Werbung für die Region zu machen: „Das Seafood hier ist berühmt“, betonen sie. Das liegt nicht zuletzt an der Reisproduktion, die 70 Prozent der Delta-Fläche ausmacht. Das nährstoffreiche Wasser, das von den Feldern abfließt, sorgt für paradiesische Zustände, von denen Meeresbewohner, Vögel und Pflanzenwelt gleichermaßen profitieren. Im Sommer zieht genau das die Urlauber an. „Aber im Winter ist hier wirklich gar nichts los!“, gibt Sergi, der ursprünglich aus Barcelona kommt, zu. Zurück in die Stadt? Der Naturfreund schüttelt energisch mit dem Kopf. „Nein“, ist er überzeugt, „diese Ruhe ist unbezahlbar!“

Wassersport

„Ruhig“ ist das passende Stichwort: Am nächsten Tag präsentiert sich das Meer vor Salou, Cambrils und Co. wieder lammfromm. Jetzt schlägt die Stunde der Wassersportler! Wer den Adrenalin-Kick sucht, dreht eine rasante Runde auf dem Jet-Ski. Zurückhaltendere Gemüter paddeln gemütlich mit dem Kajak entlang der Küste. Vor Port L‘Atmella de Mar wartet ein besonderes Ereignis auf die Fans von Unterwasser-Welten: In riesigen Pools können sie bei der „Tuna Tour-Experience“ mit Roten Thunfischen schnorcheln oder tauchen. Majestätisch gleiten die bis zu sechs Meter langen Meeresbewohner unter den Schwimmern hindurch. An der Wasseroberfläche bricht sich das Sonnenlicht und überzieht die Wasseroberfläche mit goldenem Schimmer. Zum Abschied zieht sie noch einmal alle Register, die Costa Daurada . . .

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