Reise
Nur mal kurz weg: Das Wochenende als kleine Auszeit vom Alltag

Es muss nicht immer eine längere Reise nach Island oder in die Dominikanische Republik sein. Kleine Auszeiten sind ein wertvoller Ausgleich zum stressigen Alltag. Eigentlich ist ein Wochenende zu kurz, um die Akkus wieder aufzuladen. Wer sich am Wochenende eine Auszeit gönnt, kann allerdings Energie auftanken und eine Menge Lebensqualität gewinnen.

Dienstag, 30.04.2019, 11:36 Uhr aktualisiert: 30.04.2019, 11:53 Uhr
Reise: Nur mal kurz weg: Das Wochenende als kleine Auszeit vom Alltag
Das Reiseglück muss nicht nur in der Ferne liegen. Foto: pixabay.com / Ildigo

Freizeit und Entspannung machen sich in unserer hektischen Gesellschaft rar. Die meisten Menschen hetzen durch den Alltag und finden nur wenig Zeit für echte Wohlfühlmomente und innere Ruhe. Wie der DGB-Index „Gute Arbeit“ aufzeigt , leisten rund 60 Prozent der Deutschen Mehrarbeit. Da die zusätzlichen Arbeitsstunden meist betriebsbedingt erforderlich sind, wird es immer beliebter, die geleistete Mehrarbeit finanziell abzugelten, falls sie überhaupt ausgeglichen wird. Unbezahlte Mehrarbeit ist in vielen Branchen an der Tagesordnung, ein Freizeitausgleich nur selten möglich.

Das bedeutet, dass die wertvolle Freizeit, die Arbeitnehmer für eine gesunde Work-Life-Balance benötigen, auf der Strecke bleibt. Dabei sind Auszeiten wichtig, um einen körperlichen und seelischen Ausgleich zu erreichen. Dazu zählt nicht nur ausreichender Nachtschlaf, sondern auch Freizeit, um die Seele baumeln zu lassen, zur Ruhe zu kommen und sich Dingen widmen zu können, die Freude machen.

Ein Wochenende reicht nicht aus, um die im Alltag leergezogenen Akkus wieder aufzuladen. Nicht umsonst hat der Gesetzgeber den Anspruch auf zwei Wochen Urlaubsanspruch im Arbeitsrecht verankert. Den Anspruch auf einen längeren Erholungsurlaub haben Angestellte allerdings nur einmal im Jahr. Dazwischen müssen kürzere Auszeiten ausreichen, um Energie zu tanken. Umso wichtiger ist es, jede Auszeit für Erholung zu nutzen.

Ein Tapetenwechsel bringt neue Energie

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Foto: pixabay.com / Free-Photos

Raus aus dem Alltag bedeutet, raus aus dem alltäglichen Umfeld. Ein Tapetenwechsel schafft neue Perspektiven und hilft, den Stress und das Gedankenkarussell des Alltags hinter sich zu lassen. Forscher haben herausgefunden, dass bereits 20 Minuten im Gründen das Stresslevel merklich senken können.

Ein Spaziergang im Wald, ein Picknick am See oder eine Radtour schaffen Qualitätszeit und lassen Körper und Seele aufatmen. Wer Freude an Gartenarbeit hat, kann sich die verdiente Auszeit im heimischen Garten holen und anschließend im Liegestuhl oder mit dem Grill die getane Arbeit genießen.

Wer sich schwer damit tut, vom Alltag abzuschalten, sollte zu drastischeren Maßnahmen greifen und sich selbst einen Ortswechsel verordnen. Manchmal muss es die räumliche Abgrenzung vom heimischen Schreibtisch, dem Telefon oder dem Haushalt sein, damit Entspannung eine Chance hat. Vor allem verlängerte Wochenenden eignen sich für einen Kurztrip mit Übernachtung, aber auch das normale Zwei-Tage-Wochenende kann zum Wellness-Urlaub werden. Schöne Ausflugsziele gibt es überall und meist ist kurzfristig noch ein schönes Plätzchen zu finden.

So ein Kurztrip muss gar nicht teuer sein und es muss auch nicht immer eine Fernreise sein. Auch eine Reise innerhalb der eigenen Heimat kann eine tolle Auszeit vom Alltag bedeutet. Es gibt je nach Saison fast an jedem Wochenende in ganz Deutschland interessante Events , die entweder gratis sind oder zum kleinen Preis besucht werden können, zum Beispiel für Leipzig.

Leipzig
Foto: aohostels.com

Am besten eignen sich Ausflugsziele, die keine lange Anfahrt erfordern und trotzdem weit genug von zu Hause weg sind, um sich nach einem Tapetenwechsel anzufühlen. Ein Besuch im Konzert oder im Musical lässt sich hervorragend mit einem schönen Essen und einer Übernachtung im Hotel oder in einer Pension verbinden. Wellnesshotels haben oft attraktive Wochenendangebote für Kurzentschlossene, bei denen Körper und Seele auf ihre Kosten kommen. Gerade im Frühling und Sommer werden überall wieder interessante Märkte und Ausstellungen angeboten. Und in der Nähe findet sich bestimmt eine gemütliche kleine Frühstückspension, um das Urlaubsfeeling komplett zu machen.

Kurztrips benötigen meist wenig Vorbereitung, nur kleines Gepäck und bieten dafür Qualitätszeit mit Wohlfühlgarantie. Wissenschaftler sind inzwischen der Meinung, dass mehrere kurze Ausflüge über das Jahr verteilt wertvoller für die Gesundheit sind als ein längerer Jahresurlaub. Dr. Jessica de Bloom, Arbeits- und Organisationspsychologin an der Universität Tampere in Finnland, setzt zu geringe Auszeiten mit einem Schlafdefizit gleich: „Genauso wie Schlaf kann man Erholung nicht aufsparen. Ein langer Sommerurlaub reicht nicht aus, um ein ganzes Jahr an harter Arbeit und Überstunden zu kompensieren.“ Wer sein Geld in Luxusgüter investiert, so die Wissenschaftlerin, hilft seiner Gesundheit damit nicht. Schöne Erlebnisse und Erholung seien ein Garant für langfristige Gesundheit, da sie im Gegensatz zur Freude an Besitztümern nicht verblassen. Der perfekte Schlüssel zur Entspannung und Wohlfühlen sind de Bloom zufolge nicht die Dauer oder der Luxusfaktor eines Urlaubs, sondern die völlige Gestaltungsfreiheit für den Reisenden.

Kurze Auszeiten, aber bitte richtig

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Foto: pixabay.com / JESHOOTS-com

Entspannung bedeutet für jeden etwas Anderes. Während Manche sich mit einem Buch und einer Tasse Tee auf die Couch zurückziehen, möchten Andere lieber raus und etwas erleben. Zwischen den Couch-Potatos und den Partylöwen gibt es noch andere Gestaltungsideen für die Auszeit am Wochenende oder an Brückentagen. Der Wohlfühlfaktor ist entscheidend.

Wichtig ist dabei, dass die freie Zeit wirklich als Auszeit genutzt wird. Das bedeutet, dass der Alltag bewusst pausieren sollte. Wer sich am Wochenende Arbeit mit nach Hause nimmt oder sich lästige To-Do’s wie die Steuererklärung oder den Hausputz aufs Wochenende legt, verschenkt wertvolle Qualitätszeit. Für das körperliche und seelische Wohlbefinden ist es besser, während der Arbeitswoche ein paar Extrastunden für unliebsame Pflichten einzuplanen und dafür das Wochenende als Erholungszeit zu blocken.

Optimal ist eine Auszeit, wenn sie mit einem Ausstieg aus dem Alltag verknüpft wird, am besten mit einem Ortswechsel. Zu Hause lockt doch immer der Schreibtisch, der Wäscheberg oder die unaufgeräumte Garage. Auch ständige Erreichbarkeit über Telefon oder E-Mail ist dem Erholungsfaktor abträglich, insbesondere dann, wenn der Chef oder Kollegen das Wochenende oder den freien Tag nicht konsequent als Freizeit respektieren.

Experten raten deshalb dazu, mit Auszeiten achtsam umzugehen. Wenn es ein ruhiges Wochenende zu Hause sein soll, dann am besten das Telefon herausziehen und das E-Mail-Postfach keines Blickes würdigen. Smartphones bieten meist die Möglichkeit, einen Rufnummerfilter für eingehende Anrufe und Nachrichten einzurichten. So können Sie in Ihrer Freizeit nur von ausgewählten Menschen kontaktiert werden. Eine echte Auszeit ist es eben nur dann, wenn der Alltag wirklich draußen bleibt.

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