Lifestyle
Reifes Haar mit Zucker und Feuchtigkeit pflegen

Köln (dpa/tmn) - Oh Schreck, das erste graue Haar! Und dann geht es ganz schnell: Immer heller wird das Haupt. Heutige Senioren müssen aber nicht auf modische Frisuren verzichten. Ihr Silberhaar braucht allerdings eine andere Pflege.

Donnerstag, 06.12.2012, 06:34 Uhr

Omas tragen Dutt, Kopftuch oder kleine, graue Löckchen? Von wegen! Die Generation der Silversurfer und rüstigen Rentner will nicht weniger schick sein als die jüngere Generation: «Die Dauerwellenomis sind jetzt die Uromas. Krause Frisuren sind an taffen, aktiven Seniorinnen kaum noch zu sehen», sagt Barbara Psoch vom Haar-Verband und Friseurmuseum Magdeburg . «Glattes, etwas länger gehaltenes Deckhaar macht einfach jünger.»

«Vor 30 Jahren stand bei vielen älteren Damen die Dauerwelle hoch im Kurs», erläutert Franz-Josef Küveler , Art Director im Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks und Friseurmeister aus Köln . Heute fragten nur noch drei bis vier Prozent danach. Zwar habe die neue «Permanent Curl» das Thema Welle erst jüngst wieder neu belebt. «Aber die Haare fallen insgesamt viel weicher, leichter und natürlicher als früher.» Mit kleinen, wie festbetoniert wirkenden Locken hat das wenig zu tun.

Moderne Frisuren sind dabei durchaus auch etwas für Senioren, findet Erika Wahlbrink , Obermeisterin der Friseur-Innung Steinfurt. «Eine gute Frisur ist, wenn sich der Träger wohlfühlt. Jeder kann eine supertrendige oder eine klassische Frisurenform wählen. Das Alter spielt keine Rolle.»

Je älter, je weniger Avantgarde sollte die Frisur aber sein, rät sie. Weiche Schnittlinien, die der Gesichtsform schmeicheln, wirkten positiv. Dabei dürfe das Haar von Frauen ruhig länger bleiben und müsse nicht oma-typisch kurz sein. «Erst wenn die körperliche Kraft, die Haare selber zu pflegen und zu frisieren, nachlässt, empfiehlt sich eine pflegeleichte Fönkurzhaarfrisur», sagt Wahlbrink.

Bei der Pflege unterscheiden sich altes und junges Haar dann aber doch. Denn bereits ab dem 25. Lebensjahr kann das Haar an Elastizität verlieren, und die Oberfläche der Kopfhaut verändert sich. Außerdem könne es sich stärker elektrostatisch aufladen. Spezielle Kopfhaut- und Haarschaftbehandlungen helfen dagegen.

Ab 40 normalisiert ein spezielles Shampoo mit Lipoaminosäuren und Zuckertensiden das Kopfhautmilieu und stellt den Hydrolipidfilm der Kopfhaut wieder her, der für das Gleichgewicht der Hautflora sorgt. «Polysaccharid aus der Guarbohne verbessert die Kämmbarkeit und Geschmeidigkeit der Haare», rät Wahlbrink. «Ab den Wechseljahren kann das Ester der Milchsäure irritationslindernd und mild desodorierend wirken.» Ältere Haare brauchen auch vermehrt Feuchtigkeit. Ein pflegendes Polymer in Pflegemasken oder -sprays kann außerdem die Haarstruktur verbessern und schadhafte Stellen glätten.

Und auch beim Tönen und Färben gibt es Tipps für das silberne und graue Haar. «Der größte Fehler, den ältere Damen machen können, ist ein zu dunkel gewählter Farbton. Er betont unnötig die Faltenlinien», erläutert Haarexpertin Psoch. Sie rät: Hat das Haar bereits einen hohen Weißanteil, setze ein zarter, matter Blondton schöne Akzente.

Es gibt auch Tricks, um den nachwachsenden Ansatz nicht ganz so deutlich wirken zu lassen: «Ein weiß nachwachsender Ansatz wirkt bei dunklem Mittel- und Spitzenhaar manchmal unästhetisch. Eine glücklichere Lösung sind aufhellende Strähnchen», rät die Friseurmeisterin. Doch die grauen Haare seien kein Schönheitsmakel, der unbedingt überdeckt werden müsse, findet Erika Wahlbrink: «Es ist nicht gesundheitsschädlich, die Haare bis ins hohe Alter zu färben. Aber wer seine grauen Haare liebt, sollte sie mit Würde tragen.»

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