Lifestyle
Farben der Savanne und Tropenwälder - Ethnostil in der Mode

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - In Afrika, dem mythischen Kontinent, hat sich die Modebranche für die Sommerkollektionen Inspiration gesucht: Der Ethnolook greift sich Elemente afrikanischer Folklore und Tierfellmuster heraus.

Freitag, 28.09.2012, 16:19 Uhr

Das schwarz-weiß gestreifte Fell eines Zebras, die Punkte des Leopardenfells, Ranken und Blätter eines tropischen Waldes und traditionelle Muster der Stämme: Die vielfältigen Eindrücke des afrikanischen Kontinents haben die Modebranche inspiriert. Der Ethnolook nutzt vor allem die Farbpalette der Savanne: das Beige des Sandes, das Orange bis hin zum kräftigen Rot der untergehenden Sonne und das dezente Grün der wenigen Bäume und Sträucher. Fransen und Perlenstickerei zieren die Outfits.

Die Designer wählen sehr unterschiedliche Ansätze bei der Umsetzung des Stils: Alberta Ferretti druckt Motive von Afrikas größter ethnischer Gruppe, den Zulu, auf die Kreationen. Burberry steckt Männer in Pullover, deren oberer Teil in Muster und Farbe so gearbeitet ist wie eine breite Halskrause im Stil einiger afrikanischer Urstämme.

Donna Karan schickt ihre Models in Kleidern mit einem Mustermix von afrikanischen Tribals und Arbeiten eines haitianischen Künstlers über den Laufsteg. Antik Batik zeigt ein weibliches Model in einer braunen Tunika mit grafischen Elementen, C&A hat einen farbenfrohen Hosenanzug, s.Oliver ein oranges Kleid in dem Stil.

Die Modebranche bedient sich nicht zum ersten Mal an diesen Elementen: «Der japanische Designer Kenzo holte ihn schon Anfang der 70er Jahre auf die internationalen Laufstege», sagt Modeberater Andreas Rose aus Frankfurt. Und 1976 habe Yves Saint Laurent eine Folkkollektion entworfen.

Schnell gelangte der Stil daraufhin vom Laufsteg auf die Straße: «Die 'Reise nach Marrakesch' war in den 70ern Kult und brachte die Europäer in Hippie-Stimmung», umschreibt Gerd Müller-Thomkins vom Deutschen Mode-Institut in Köln die damalige Begeisterung für Afrikas Kulturen und ihre wüstentauglichen Kleider. «Zipfelige lange Kleider und seidige Maxikleider sind prädestiniert für diese Prints.»

Die teils sehr bunten, stark gemusterten Modelle scheinen nicht leicht kombinierbar zu sein - aber sie sind es. Viel könne man nicht falsch machen, versichert die Stylistin Maria Hans aus Hamburg. Einfach der Kreativität freien Lauf lassen - «die verschiedensten Muster können wild variiert werden.»

Das Outfit lasse sich mit wenigen Handgriffen auch verändern: «Wer es nicht ganz so bunt durcheinander mag, kann auch ein farbenfrohes Teil zu einem schlichteren Kleidungsstück kombinieren», rät Hans. Die Erdtöne dieses Modestils passen am besten zu Schwarz, Weiß oder Sorbetfarben. So zusammengestellt, sei das Outfit sogar bürotauglich.

So dezent kombinieren auch einige Designer die farbenfrohen Stücke: Taifun lässt beispielsweise ein stark gemustertes, farbenfrohes T-Shirt in Grün- und Blautönen zu einer grauen Hose tragen. Comma kombiniert ein farbenfrohes Top zur schwarzen Hose - und dazu auch noch einen auffälligen pinken Blazer. Bei Accessoires gelte aber die Regel: Weniger ist mehr. «Ist der Look mit Prints und Farbe schon auffällig genug, sollte beim Schmuck nicht übertrieben werden. Wer zu Ethno-Schmuck greift, tut gut daran, sein Outfit etwas dezenter zu gestalten, sonst wirkt das Gesamtbild zu überladen», sagt Hans. Zu Kleidungsstücken, die mit Perlen oder auffälliger Stickerei verziert sind, sollte am besten gar kein Schmuck getragen werden. Auch beim Make-up rät die Modeberaterin zu einem dezenten Auftreten: Bronzepuder sorge für den passenden Teint, Lipgloss unterstreiche leicht die Lippen.

Dezentere Kleidung könne dagegen mit Accessoires im Folkstil aufgepeppt werden - quietschbunte Taschen und Armreifen bildeten einen Kontrast. «Holzperlen, Ikatmuster und Leder in Senfgelb und kräftigem Orange machen sich auf Armbändern und Taschen besonders gut», sagt Hans.

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