Karriere
Was Sie über den Vermittlungsgutschein wissen müssen – Voraussetzungen, Ablauf, Nutzen, …

Die Bundesagentur für Arbeit hat das Ziel, Menschen ohne Job möglichst schnell wieder in eine adäquate Beschäftigung zu führen. Das ist oft jedoch nicht ohne weiteres möglich: Der Arbeitsmarkt unterliegt größtenteils der Wirtschaft, weshalb er sich ständig verändert . Nicht selten sind neue Qualifikationen gefragt, um sich für Arbeitgeber interessanter zu machen. Manchmal ist es der Bundesagentur für Arbeit auch nicht möglich, sich intensiv um ihre Klienten zu kümmern. Private Vermittlungsagenturen können hier Abhilfe schaffen und den Arbeitssuchenden schneller oder überhaupt wieder einer Beschäftigung zuführen. Zur finanziellen Unterstützung für die Inanspruchnahme dieser Vermittlungsleistung gibt es seitens der Bundesagentur für Arbeit den sogenannten Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) .

Mittwoch, 19.06.2019, 11:28 Uhr aktualisiert: 19.06.2019, 11:31 Uhr
Karriere: Was Sie über den Vermittlungsgutschein wissen müssen – Voraussetzungen, Ablauf, Nutzen, …
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Für diesen müssen ein Antrag gestellt und bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Welche das sind, wie das Verfahren abläuft und was es dem Arbeitssuchenden nützt, zeigt dieser Beitrag.

Maßnahmen sind von der Art des Vermittlungsgutscheins abhängig

Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein alleine ist im Prinzip nicht zu vergeben. Tatsächlich wird immer eine Unterart desselben vergeben. Davon gibt es drei Stück:

  1. MPAV – Maßnahme bei einer privaten Arbeitsvermittlung: Der private Vermittler wird seitens der Bundesagentur für Arbeit für den Vermittlungserfolg vergütet.
  2. MAG – Maßnahmen bei einem Arbeitgeber: Bei diesem Gutschein muss vor der endgültigen Vermittlung im Rahmen eines mehrwöchigen Trainingsprogramms (oder auch Betriebspraktikum, Probearbeiten, …) die Eignung für die Tätigkeit sichergestellt werden. Erst danach ist die Vermittlung sicher.
  3. MAT – Maßnahme bei einem Träger: Dieser Gutschein gilt für Maßnahmen bei einem Bildungsträger. Das kann beispielsweise ein Bewerbungscoaching oder eine Art der Weiterbildung sein.

Mit dem Vermittlungsgutschein ist damit meist der MPAV oder der MAG gemeint. In beiden Fällen können seitens der Bundesagentur für Arbeit Einschränkungen gemacht werden. Das betrifft nicht nur den Zeitrahmen, innerhalb dessen der Gutschein gültig ist, sondern auch den Ort bzw. Raum. Geltungszeiträume von 3 Monaten sind üblich. Der Gutschein verfällt erst nach diesem Geltungszeitraum oder wenn der Grund für die Ausgabe des Gutscheins nicht mehr erfüllt ist – im Falle des MPAV also dann, wenn der Arbeitssuchende vermittelt worden ist.

So wird der Antrag gestellt

Arbeitssuchende können den Antrag auf den AVGS auf allen möglichen Kommunikationswegen (Persönlich, Telefon, Mail, Post, Kontaktformular) stellen. Dabei ist es unerheblich, ob der Arbeitssuchende soziale Leistungen bezieht oder nicht. Allerdings ist wenigstens eine der folgenden Voraussetzungen für die Gewährung des Gutscheins zu erfüllen:

  1. Bezug von ALG I nach einer Wartezeit von 6 Wochen
  2. Bezug von ALG II
  3. Rückkehr aus Elternzeit oder Erwerbsaufstockung
  4. 1-Euro-Jobber
  5. Existenzgründer
  6. Schüler, Studenten und andere Nichtleistungsempfänger

Tatsächlich haben ALG I Empfänger sogar ein Recht auf den AVGS , insofern der Arbeitssuchende in den letzten 3 Monaten mindestens 6 Wochen lang arbeitslos war. Zu beachten ist dabei, dass Weiterbildungsmaßnahmen nicht auf diese Zeit angerechnet werden.

Was nützt der AVGS im Detail?

Arbeitssuchende mit AVGS können private Vermittlungsagenturen mit der Vermittlung beauftragen. Der Vermittler erhält bei erfolgreicher Vermittlung sein Honorar durch den AVGS direkt von der Bundesagentur für Arbeit. Zu beachten ist, dass es sich um zertifizierte Vermittler handeln und dass der AVGS im Original vorliegen muss.

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