Gesundheit
Wie das Home Office eine Blasenschwäche fördern kann

Immer mehr Menschen arbeiten wegen der Corona-Pandemie zurzeit im Home Office. Nicht wenige machen nach einiger Zeit die Erfahrung, dass sich eine unerwartete Nebenwirkung der Arbeit von Zuhause aus einstellt: Sie entwickeln eine Blasenschwäche. Wie kommt es dazu und was kann man dagegen tun?

Freitag, 20.11.2020, 09:15 Uhr aktualisiert: 20.11.2020, 09:17 Uhr
Gesundheit: Wie das Home Office eine Blasenschwäche fördern kann
Foto: ©picjumbo.com #210658 - pexels.com

Die Blase als sensibles Organ mit Gewohnheiten

Wer zuhause arbeitet, neigt dazu, öfter zur Toilette zu gehen. Schließlich ist die Situation daheim sehr entspannt und das heimische Örtchen nicht weit. Anders als im hektischen Büroalltag gibt es für viele von uns kein Grund, den Urin länger anzuhalten. Zuhause muss man meist nicht erst lange Flure überqueren, um zur Toilette zu gelangen. Man fühlt sich auch weniger beobachtet, wenn es um die Frequenz der Toilettengänge geht. Wer häufiger Wasser lässt, gewöhnt seine Blase an die kurzen Zeiträume zwischen den einzelnen Toilettengängen. Das kann dazu führen, dass das sensible Organ schrumpft und folglich immer weniger Urin hält. Die Blase sendet immer häufiger ein Signal an die Betroffenen, dass sie voll ist. Es beginnt ein Teufelskreis, in dem man immer häufiger zur Toilette muss. Am Ende steht eine überaktive Blase, die zunehmend den Alltag dominiert.

Training und reichlich Flüssigkeit können Abhilfe schaffen

Um mit dem übermäßigen Harndrang fertig zu werden, müssen es nicht gleich Inkontinenzprodukte, wie zum Beispiel Windeln für Erwachsene , sein. Normalerweise kann auch eine hyperaktive Blase zunächst den Urin halten. Das Organ kann sich außerdem seine Überaktivität auch wieder abgewöhnen. Mit Beckenbodentraining und 2-3 Litern Flüssigkeit pro Tag kann die Blase Schritt für Schritt wieder an größere Harnmengen und längere Abstände zwischen den Toilettengängen gewöhnt werden. Dazu ist es nützlich, bei entstehendem Harndrang immer eine gewisse Zeitspanne abzuwarten, bevor man tatsächlich zur Toilette geht. Länger als 10-15 Minuten sollte jedoch auch nicht gewartet werden. Die Blase kann gestresst und mit hohen Harnkonzentrationen auf übermäßig lange Wartezeiten reagieren. Bei der Flüssigkeitszufuhr sollte darauf geachtet werden, dass koffeinhaltige Getränke wie Kaffee und Tee sowie Kohlensäure stark harntreibend wirken können. Mit Blick auf die ungestörte Nachtruhe sollte die Zufuhr von Flüssigkeit zum Abend hin eingeschränkt werden.

Medikamentöse und andere medizinische Lösungen 

Zeigt das Verhaltenstraining für die Blase keinen Erfolg, könnte der Arzt weiterhelfen. Verschiedene Arzneimittel sind bekannt dafür, positive Effekte auf den übermäßigen Harndrang zu entfalten. Da diese Arzneimittel jedoch Nebenwirkungen haben können, sollten sie erst in Betracht gezogen werden, wenn das beschriebene Verhaltenstraining keine Abhilfe schaffen konnte. In sehr schweren Fällen stehen neben Medikamenten auch Blasenschrittmacher zur Verfügung, die operativ eingesetzt werden. Auch Injektionen mit dem Nervengift Botox können eine Alternative sein. Die überaktive Blase kann in eine Form der Dranginkontinenz übergehen. Die Übergänge sind hier fließend. Betroffene verlieren dann bei starkem Harndrang unkontrolliert etwas Urin. Für diese Fälle kommen als Hilfsmittel spezielle Einlagen sowie leichte Windeln für Erwachsene in Betracht.

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