Kann man nicht nachholen
Erste Liebe in Zeiten des Lockdowns

Die erste Liebe gehört zu den prägendsten Erfahrungen. Sie kann auch so schon schwer zu schaffen machen. Aber erst recht in Zeiten von Social Distancing. Wie sollten Eltern reagieren?

Freitag, 05.03.2021, 04:06 Uhr aktualisiert: 05.03.2021, 04:10 Uhr
Schmetterlinge im Bauch, Sehnsucht und der erste Kuss: Die erste Liebe gehört zu den prägendsten Erfahrungen.
Schmetterlinge im Bauch, Sehnsucht und der erste Kuss: Die erste Liebe gehört zu den prägendsten Erfahrungen. Foto: Bodo Schackow

München (dpa/tmn) - Soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren - darunter leiden alle, aber besonders Jugendliche, die gerade in der Phase der Ablösung vom Elternhaus sind. Aber nicht nur das.

Denn ist es doch auch oft die Zeit, in die die erste Liebe fällt, der erste Kuss, der erste Sex, der erste Rausch. Doch in Zeiten des Lockdowns werden sie um diese Erfahrung gebracht.

Problem nicht einfach abwiegeln

«Der Körper baut sich um, ist auf erste Liebe programmiert. Da möchte man sich ständig sehen. Stattdessen findet die erste Liebe nun digital statt», beschreibt Familiencoach Kira Liebmann aus München das Dilemma. Sie rät Eltern, das Problem auf keinen Fall abzuwiegeln, vielleicht noch mit unsensiblen Sätzen wie: «Jetzt reiß dich mal ein bisschen zusammen und warte ab. Ihr könnt das ja alles nachholen, wenn es wieder geht.»

Stattdessen sollten sie für den verliebten Teenager da sein und ihm zuhören. Ist es nicht möglich, die frische Liebe daheim zu empfangen, weil es etwa nicht für alle Familienmitglieder passt oder etwa der Opa mit im Haus wohnt, könnten sie Spaziergänge anregen. «Man muss nicht Angst haben, dass sie gleich übereinander herfallen. Das geht oft langsamer als Eltern denken», sagt Kira Liebmann.

Kreative Lösungen mit zwei Stühlen

Die Erziehungsexpertin plädiert für kreative Lösungen: «Vielleicht stellt man für die Zwei auch zwei Stühle in den Garten. Oder in die Garage, dann fühlen sie sich nicht so beobachtet.» Wenn der Jugendliche angesichts der Situation wütend wird, müssten das Eltern eben auch aushalten können.

Es sei immer schlau, das Problem aus Sicht seines Kindes zu sehen. Das betrifft auch Regeln, wie beispielsweise WLAN-Zeiten zu begrenzen. «Da sollten Eltern nachsichtiger sein und mehr Zeiten einräumen. Vielleicht braucht sie ja das Kind auch für Multiplayerspiele, damit es sich nicht so allein fühlt.»

Post-its als Motivationsschub

Kira Liebmann hat auch noch eine Idee als Motivationsschub, damit die Familie Licht am Ende des Tunnels sieht: Alle Familienmitglieder schreiben Post-its voll mit tollen Sachen, die man machen möchte, wenn es wieder möglich ist. Die Zettelchen kommen dann in eine durchsichtige Vase oder einen durchsichtigen Krug. «Wenn die Zeit gekommen ist, werden sie beispielsweise jeden Donnerstag als Familienhighlight eingelöst», erklärt der Coach.

© dpa-infocom, dpa:210304-99-685430/3

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