Familie
Hochladen hat Konsequenzen: Mit Kinderbildern im Netz geizen

Fürth (dpa/tmn) - Nach der Geburt bricht bei vielen Eltern das Bilderfieber aus. Schnappschüsse werden in sozialen Netzwerken und Messengern veröffentlicht und verschickt. Doch das kann böse Folgen haben.

Mittwoch, 17.09.2014, 15:59 Uhr

Eltern lieben es, ihre Kinder zu fotografieren. Das Kind, wie es das erste Mal krabbelt. Das verschmierte Nutellagesicht. Und natürlich der erste Geburtstag: Oft werden diese Bilder auf Facebook oder über soziale Messenger geteilt. «Eltern sollten eine Art Filter im Kopf haben und sich vor dem Hochladen immer fragen: "Wäre ich damit einverstanden, wenn das Bild morgen in der Zeitung erscheinen würde?"», fragt Maria Große Perdekamp. Sie ist Leiterin der Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke). Die Entscheidung der Eltern sei dann sehr individuell: Einige zuckten bei dem Gedanken zurück, andere hätten kein Problem damit.

Einen hundertprozentigen Schutz davor, dass Bilder ihrer Kinder im Internet in falsche Hände geraten, gebe es nicht. Trotzdem können Eltern einiges zum Schutz tun: Dazu gehört, keine Nacktbilder der Kinder zu veröffentlichen und den Kreis in sozialen Netzwerken einzuschränken, der überhaupt Bilder sehen kann. «Außerdem kann ich mir überlegen: Muss mein Kind von vorne zu sehen sein oder kann ich es vielleicht auch nur von hinten aufnehmen?» Gut seien auch Verfremdungen wie eine Sonnenbrille oder eine Kappe.

Hintergrund: Am Mittwoch (17. September) hat sich die Bundesregierung auf härtere Strafen für Kinderpornografie geeinigt. Damit soll unter anderem die Verbreitung von Nacktbildern unter Strafe gestellt werden, die gegen den Willen von Kindern oder ohne Einverständnis der Eltern gemacht worden sind.

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