Ernährung
Vom Feld bis in den Supermarkt – der weite Weg der Lebensmittel

Auf der Autobahn reihen sie sich auf der rechten Spur hintereinander, für Pkw-Fahrer können sie als Staugefahr zum Ärgernis werden. Doch im Transportwesen würde ohne Lastkraftwagen nichts laufen. Mal eben in den Supermarkt gehen und noch schnell ein paar Tomaten oder Trauben besorgen? Ohne Lkw, die die Waren von A nach B bringen, kaum denkbar. Dahinter steckt ein komplexer logistischer Prozess, der sich allerdings auch auf die Umwelt auswirkt.

Dienstag, 15.10.2019, 15:08 Uhr aktualisiert: 15.10.2019, 15:10 Uhr
Ernährung: Vom Feld bis in den Supermarkt – der weite Weg der Lebensmittel
Foto: pixabay.com / Logga Wiggler

Mehr als 80 Prozent der Lebensmittel, die in Deutschland konsumiert werden, werden auch hierzulande hergestellt. Etwa zehn Prozent stammen aus Europa, den Rest machen importierte Waren aus Übersee aus. Und diese internationalen Lebensmittel legen naturgemäß die längste Strecke zurück. Als Konsument hat man sich daran gewöhnt, auf nichts verzichten zu müssen. Das heißt, man bekommt zu jeder Jahreszeit sowohl exotische Früchte als auch heimische Produkte wie Erdbeeren, Salat und Co. Nur wenige Lebensmittel werden noch saisonal im Supermarkt angeboten. Im Falle der Erdbeeren kommen diese beispielsweise aus Italien oder sogar Israel und legen den ganzen Weg hierher mit dem Lkw zurück. Da kommen einige Kilometer zusammen.

Vorschriften beim Transport

Beim Transport von Lebensmitteln gelten bestimmte gesetzliche Regelungen, die immer einzuhalten sind. Für jedes Lebensmittel existieren eigene hygienische Bestimmungen, die in der Lebensmittelhygiene- sowie der Lebensmitteltransportverordnung festgehalten sind. Grundsätzlich dürfen unterschiedliche Ladungen nicht miteinander in Berührung kommen, es müssen konstante Temperaturverhältnisse herrschen und alles muss regelmäßig desinfiziert und gereinigt werden. Auch für die Lkw-Fahrer gelten einige Regeln. So dürfen Fahrer nur eine bestimmte Zeit am Stück fahren und sind dann zu regelmäßigen Pausen verpflichtet. Mittlerweile wird dies mittels Tachografensoftware elektronisch überwacht : Die Lenkzeiten werden automatisch in den digitalen Fahrtenschreiber aufgenommen, die gefahrenen Kilometer und eingehaltenen Pausen dokumentiert. So weiß auch das Logistikunternehmen immer, wo sich die Fahrer aktuell befinden. Lkw ab einer Größe von 3,5 Tonnen sind gesetzlich zum Mitführen eines solchen Geräts verpflichtet .

Das Problem mit den Food Miles

Der Transport von Lebensmitteln wirkt sich natürlich auch auf die Umwelt aus. Die Menge des CO2-Ausstoßes pro gefahrenem Kilometer und pro Tonne Lebensmittel ergibt die Einheit „Food Mile“. Dabei geht es nicht nur um den Transport – auch Lagerung, Anbau oder Herstellung sorgen für Emissionen. Als am besten für die Umwelt wird der Transportweg mit dem Containerschiff bewertet, als am schlechtesten das Flugzeug. Lkw liegen im oberen Mittelfeld. Grundsätzlich gilt: Am umweltfreundlichsten ist es, wenn Verbraucher Lebensmittel aus der Region konsumieren als Produkte aus fernen Ländern. Das gilt aber nur für saisonale Produkte: So belastet es die Umwelt mehr, wenn man im Winter zu deutschen Erdbeeren aus dem Treibhaus greift statt zu den sonnengereiften aus Ländern wie Spanien. Endkunden und Konsumenten sollten solche Überlegungen stets in ihre Kaufentscheidungen mit einbeziehen und obendrein Faktoren wie Fair Trade und Nachhaltigkeit nicht vernachlässigen – ein langer Transportweg bedeutet nämlich nicht automatisch etwas Negatives.

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