Goodbye altes Smartphone
So lösche ich persönliche Daten

Das alte Smartphone soll weg, aber wie bekomme ich eigentlich alle meine persönlichen Daten vom Handy runter? Und ist gelöscht auch wirklich gelöscht? Und was ist noch wichtig?

Donnerstag, 02.01.2020, 04:54 Uhr aktualisiert: 02.01.2020, 05:02 Uhr
Alle Einstellungen und die Daten löschen - zwei Schritte auf dem Weg zum sauberen Smartphone.
Alle Einstellungen und die Daten löschen - zwei Schritte auf dem Weg zum sauberen Smartphone. Foto: Zacharie Scheurer

Berlin (dpa/tmn) - Irgendwann ist für jedes Smartphone die Zeit gekommen. Die Fotos der anderen sind schöner, der Akku hält nicht mehr bis zum Abend - oder das neue Modell ist einfach viel attraktiver.

Kurz: Das alte Smartphone muss weg. Vielleicht kauft es noch jemand oder es geht ins Recycling. Aber was ist eigentlich mit Fotos und anderen persönlichen Daten? Reicht es, sie nur zu löschen?

Nein, das reicht nicht. Denn auf modernen Chipspeichern werden Daten beim «Löschen» nicht automatisch entfernt. Der Speicher wird nur als frei markiert. Mit etwas Mühe kann man sie also wiederherstellen, erklärt Miriam Ruhenstroth, Redaktionsleiterin von « Mobilsicher.de ». Und noch ein paar Dinge sind wichtig.

Alle persönlichen Daten erst einmal sichern

Sollen persönliche Daten nicht zusammen mit dem Gerät verschwinden, werden sie gesichert. Dafür überträgt man sie direkt auf ein neues Gerät oder erstellt eine Sicherungskopie. Das geht über Speicherdienste wie Google Drive (Android) oder iCloud (Apple), sagt Miriam Ruhenstroth. Einige Hersteller bieten auch Datensicherung über spezielle Software an. Dafür wird das Gerät per Kabel an den Computer angeschlossen. Hat das Smartphone eine Speicherkarte, empfiehlt Ruhenstroth, diese herauszunehmen.

Verknüpfungen lösen: Jede Software-Generation tickt anders

Damit neue Nutzer das Smartphone in Betrieb nehmen können, müssen außerdem die Nutzerkonten entfernt werden. Androidnutzer melden sich dafür in den Einstellungen unter «Konten» ab.

Bei Apple trennt man erst alle verknüpften Geräte. Wenn die Funktion «Mein iPhone finden» (bis iOS 12) oder «Wo ist» (ab iOS 13) aktiv ist, muss diese Reaktivierungssperre in den iCloud-Einstellungen deaktiviert werden, sagt Patrick Bellmer von « heise online ».

Ist auf dem Gerät die iOS-Version 10.2 oder älter installiert, müssen Nutzer sich separat bei «iCloud» und bei «iTunes&Appstore» abmelden. Welche Version installiert ist, steht in den Einstellungen bei «Allgemein/Info». Ab iOS 10.3 meldet man in den iCloud-Einstellungen die AppleID ab. Ab der aktuellen iOS-Version 13 geht es sogar noch leichter: Beim Zurücksetzen werden automatisch die Ortungsfunktion deaktiviert und die AppleID abgemeldet.

Wie neu: In den Auslieferungszustand zurücksetzen

Durch das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen werden alle persönlichen Daten und Einstellungen von dem Gerät entfernt. Nur das Betriebssystem bleibt. Bei Android ist diese Option in den Einstellungen - je nach Hersteller - unter «Allgemeine Verwaltung» oder «System» zu finden.

Bei Apples iOS heißt die Option «Alle Inhalte und Einstellungen löschen» und steckt in den allgemeinen Einstellungen unter «Zurücksetzen». Falls ein Einschränkungscode, etwa als Kindersperre, aktiviert ist, muss dieser eingegeben werden.

Auf Nummer sicher: Daten überschreiben

Manche Anbieter werben mit Apps, die den Telefonspeicher restlos bereinigen. Solche Löschprogramme hält Miriam Ruhenstroth für unnötig. Wer sie auf das zurückgesetzte Smartphone herunterladen will, muss sich dafür zunächst wieder mit seinem persönlichen Nutzer-Konto anmelden und der Nutzen ist unklar. Laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist nicht sicher, inwiefern Apps Daten auf einzelnen Telefonen wirklich löschen.

Einfacher ist es, den Speicher mit belanglosen Daten zu überschreiben. Dafür kann man etwa mit verdeckter Linse ein Video aufnehmen, bis der Speicher voll ist. Anschließend wird das Telefon erneut zurückgesetzt. Das BSI empfiehlt diesen Schritt besonders für ältere Smartphones.

Zu alt für den Verkauf, zu wertvoll für die Tonne

Manche Geräte sind allerdings schon so alt, dass sich die Weitergabe nicht lohnt. Das liegt nicht nur an einem schwachen Akku: Viele neue Versionen bekannter Apps funktionieren mit alten Betriebssystemen (älter als iOS 10 oder Android 4.4) schlicht nicht mehr. Bei Apple gebe es zwar von manchen Apps noch die alte Version im App Store, sagt Patrick Bellmer. Sonst könne man das Gerät aber oft nur noch zum Abspielen von Musik verwenden.

Ist eine Weiternutzung sinnlos, gehören Altgeräte aber trotzdem nicht in die Tonne. In den Chips stecken wertvolle Rohstoffe, die wieder verwertet werden können. Für die fachgerechte Entsorgung kann man alte Smartphones also einfach beim kommunalen Recyclinghof abgeben.

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