Entrümpeln, putzen und checken
Mit 10 Tipps in den Autofrühling starten

Im Kalender ist der Frühling bereits seit dem 1. März da. Auch wenn es nachts mitunter noch kühl ist, können Autofahrer ihren Wagen langsam aber sicher auf die warme Jahreszeit vorbereiten.

Freitag, 02.04.2021, 04:15 Uhr aktualisiert: 02.04.2021, 04:22 Uhr
Flüssig in den Frühling: Die Stände von Öl, Kühl- und Wischwasser gehören zum Check.
Flüssig in den Frühling: Die Stände von Öl, Kühl- und Wischwasser gehören zum Check. Foto: Christin Klose

Berlin (dpa/tmn) - Der Frühling ist da. Sind Ihr Auto und Sie fit dafür? Wenn nicht, haben Verkehrsexperten die wichtigsten Tipps:

1. Komplettwäsche schützt vor Langzeitschäden: Der Winterschmutz muss weg: «Das Streusalz hat dem Auto erheblich zugesetzt, das muss jetzt runter», sagt Sören Heinze vom Auto Club Europa (ACE). Nur mit einer schnellen Fahrt durch die Wäsche aber ist es nicht getan: «Vor der Waschstraße sollte das Auto mit einem Hochdruckreiniger einmal oberflächlich gereinigt werden. Das verhindert unschöne Kratzer, die durch Salz- und Dreckreste durch die Bürsten entstehen könnten.»

«Kleinere Kratzer können mit einer Grundierung und einem Lackstift aus dem Autozubehör selbst bearbeitet werden. Den Unterboden sollte sich ein Fachmann beim nächsten Werkstattbesuch ansehen», empfiehlt Gerrit Reichel vom ACV Autoclub Verkehr.

2. Putzen und entrümpeln: Wärmere Tage sind eine gute Gelegenheit, mal alle Türen aufzumachen, den Wagen ordentlich zu lüften und die Winterutensilien zu entfernen. Der ADAC rät, auch die Glasflächen gründlich von innen zu reinigen, damit der winterliche Schmutzfilm auf der Windschutzscheibe entfernt wird und nicht blenden kann.

3. Reifen wechseln: Die viel zitierte Regel von O bis O, also von Oktober bis Ostern, gilt als grobe Orientierung für den Reifenwechsel. Grundsätzlich sollte es nachts aber dauerhaft keinen Frost mehr geben, bevor es Sommerreifen gibt.

4. Keimschleuder Innenraumfilter: Das Frühjahr ist genau der richtige Zeitpunkt, um den Innenraumfilter zu wechseln. Wenn die ersten Blütenpollen fliegen, sind vor allem auch Allergiker auf einen funktionierenden Filter angewiesen.

5. Nicht jede Sonnenbrille hilft: Zu den Klassikern im Frühjahr zählt die tief stehende Sonne. Die kann Autofahrer schnell blenden und damit zur Gefahr im Straßenverkehr werden. Hier kann eine gute Sonnenbrille helfen. Gut geeignet sind laut Reichel braune oder graue Gläser mit 65 bis 75 Prozent Tönung. Von einer noch stärkeren Tönung rät Reichel ab, da sehr dunkle Gläser zu viel Licht schluckten.

6. Nicht müde werden: Die Zeit direkt nach der Zeitumstellung (28. März) ist für Autofahrer besonders gefährlich. Das Unfallrisiko sei dann um acht Prozent höher, so der Tüv Nord . Fehlender Schlaf verringere offensichtlich die Konzentrationsfähigkeit und das Reaktionsvermögen. Hinzu kommt die allgemeine Frühjahrsmüdigkeit.

Speziell im April ist es daher sinnvoll, den Kreislauf morgens besonders gut in Schwung zu bringen und bei längeren Fahrten regelmäßige Pausen an der frischen Luft zu machen.

7. Achtung Schlaglöcher: Wenn Wasser in Fahrbahnrisse dringt und im Winter gefriert, entstehen schnell Schlaglöcher. Für Autofahrer sind das unangenehme Überraschungen. Allerdings: «Für den verkehrssicheren Zustand von Straßen und Wegen sind entweder der Bund oder die Kommunen zuständig, also Städte und Gemeinden», sagt Heinze. Gibt es keine Warnschilder, die auf eine beschädigte Fahrbahn hinweisen, kann der Autofahrer also Schadenersatz von der Kommune verlangen, wenn sein Fahrzeug durch ein Schlagloch beschädigt wurde. «Die Beweislast liegt aber beim Geschädigten, also beim Autofahrer», so Heinze. Ansonsten trägt die Vollkaskoversicherung den Schlagloch-Schaden.

8. Achtung Wildwechsel: Besonders unfallträchtig ist laut Deutschem Jagdverband (DJV) die Zeit zwischen 6 und 8 Uhr im April und im Mai. Vor allem auf Straßen entlang der Wald-Feld-Kante oder durch den Wald hindurch ist besondere Vorsicht geboten. Hier sollten Autofahrer vorsorglich die Geschwindigkeit drosseln, rät der DJV.

9. Flüssigkeiten checken: Ein Blick unter die Haube gehört zur Standardpflege im Frühjahr dazu. Neben Motoröl und Kühlwasser gilt es auch, die Scheibenwaschanlage zu kontrollieren. Ein Zusatz für den Sommer ist hier die erste Wahl. Denn gegen Insektenrückstände etwa sind die Wintermittel mehr oder weniger chancenlos.

10. Vorsicht mit oben ohne: Auch Cabrios und Oldtimer werden im Frühjahr gerne aus dem Winterschlaf geholt. Der ACV rät hier erst einmal zu einer behutsamen Handwäsche als Pflegeprogramm. «Bei altem Lack, Gummidichtungen und Cabrio-Stoffdächern sollte man vorsichtig sein mit dem Hochdruckstrahler», sagt Gerrit Reichel.

© dpa-infocom, dpa:210331-99-43581/3

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