Überfüllte Züge und Busse
Nahverkehr in deutschen Städten oft am Limit

Seit Jahren nutzen immer mehr Menschen den Nahverkehr. Auch 2019 wird ein Rekordjahr. Doch mittlerweile sind die Fahrzeuge zeitweise so voll, dass nichts mehr geht. Es gibt viel zu tun.

Freitag, 20.12.2019, 11:06 Uhr aktualisiert: 20.12.2019, 11:10 Uhr
Immer mehr Menschen nutzen Bus und Bahn. Mittlerweile sind die Fahrzeuge zeitweise so voll, dass nichts mehr geht.
Immer mehr Menschen nutzen Bus und Bahn. Mittlerweile sind die Fahrzeuge zeitweise so voll, dass nichts mehr geht. Foto: Lucas Bäuml

Berlin (dpa) - Die U-Bahn zu voll zum Einsteigen, im Bus jedeHalteschlaufe belegt: Der Kundenandrang bringt Busse und Bahnen inden deutschen Städten an die Belastungsgrenze. Im 22. Rekordjahr inFolge sind die Fahrgastzahlen 2019 kaum noch gestiegen.

Hochgerechnet werden die Deutschen etwa 10,41 Milliarden Fahrten inBussen und Bahnen gemacht haben, wie der Verband DeutscherVerkehrsunternehmen der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Dasentspräche einem Anstieg von 0,3 Prozent verglichen mit dem Vorjahr.

In Ballungsräumen zunehmend Grenzen erreicht

«Das ist ein positives Ergebnis, allerdings mit Einschränkungen»,erklärte Verbandspräsident Ingo Wortmann. «Aufgrund zunehmenderKapazitätsengpässe und umfangreicher Baumaßnahmen stoßen wir geradein Hauptverkehrszeiten in den Ballungsräumen und Großstädtenzunehmend an Grenzen. Viel mehr geht dann nicht, die Fahrzeuge sindvoll.»

Mehr Bus- und Bahnfahren gilt als ein Weg zu mehr Klimaschutz inDeutschland. Die Betreiber hatten sich vergangenes Jahr das Ziel für2030 gesetzt, 30 Prozent mehr Kunden in Bussen und Bahnen zubefördern. Dafür sei aber mehr öffentliches Geld für U-Bahnen, Tramsund Busse notwendig. Dabei sind viele U-Bahn- und Straßenbahnlinienohnehin in die Jahre gekommen. Vor dem Ausbau steht vielerorts dieSanierung.

Fahrpreise sind gestiegen

Für die Fahrgäste ist es in diesem Jahr wieder teurer geworden. DieFahrpreise stiegen nach Verbandsangaben durchschnittlich um 1,75Prozent. Ein Einzelfahrschein im Stadtverkehr koste durchschnittlich2,70 Euro.

«Wir sind zwingend auf ausreichende Ticketeinnahmen angewiesen, wennwir die Leistungen von Bus und Bahn künftig weiter ausbauen wollen,um noch mehr Fahrgäste zu befördern», sagte Wortmann. «Ideen wie einsteuerfinanziertes 365-Euro-Ticket halten wir zum jetzigen Zeitpunktfür verfehlt.»

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