Reifenwechsel
Das empfiehlt der ADAC

Das Herbstwetter in Deutschland erinnert viele Autofahrer daran, dass im Oktober meist der Reifenwechsel ansteht. Denn wenn es kälter wird, gehören nach Expertenmeinung Winterreifen ans Auto – und das bis Ostern. Das ist zwar keine grundsätzliche Pflicht, aber in der Regel sinnvoll und bei Schnee und Eis auch vorgeschrieben. Zudem kann es bei einem Unfall mit Sommerreifen auch teuer werden.

Donnerstag, 20.10.2016, 12:30 Uhr

 
 Bei Glatteis oder Schneefällen führt kein Weg an Winterreifen vorbei. Foto: dpa / Stefan Thomas

In der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist kein spezieller Zeitraum für den Reifenwechsel vorgeschrieben. Pflicht sind Winterreifen demnach nur bei schlechten Straßenverhältnissen, etwa Schnee, Eis und Reifglätte.

O- bis O-Regel

Der ADAC empfiehlt Autofahrern, Winterreifen nach der sogenannten O-bis-O-Regel zu montieren: Demnach sollen von Oktober bis zum Wochenende nach Ostern Winterreifen am Auto bleiben. Ab einer Profiltiefe unter vier Millimetern sollten die Pneus ausgemustert werden.

Bei niedrigeren Temperaturen kann der Fahrer mit Winterreifen besser bremsen und souveräner fahren. Verhärtete Sommerreifen haften nicht mehr optimal auf der Straße. Winterreifen werden aus einer weicheren Gummimischung mit zusätzlichen Rillen gefertigt, in denen sich bei niedrigeren Temperaturen Schnee und Matsch gar nicht erst festsetzen. Sie heißen daher Matsch-und-Schnee-Reifen (M+S-Reifen). Auch Ganzjahresreifen tragen dieses Symbol auf den Seitenflächen. Grundsätzlich sollten die Pneus eine Profiltiefe von mindestens vier Millimetern haben. Sicherheitssysteme wie ABS oder ESP ersetzen keine Winterreifen.

60 Euro Bußgeld für Sommerreifenfahrer

Erwischt die Polizei einen Autofahrer bei winterlichen Straßenverhältnissen mit Sommerreifen, werden 60 Euro Bußgeld fällig. Dazu kommt ein Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei. Mit 80 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg müssen Autofahrer rechnen, die mit Sommerreifen unterwegs sind und außerdem andere behindern – etwa dadurch, dass sie im Straßenverkehr liegen bleiben.

Der Versicherungsschutz bleibt in der Regel auch dann bestehen, wenn ein Autofahrer im Winter mit Sommerreifen fährt. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft bleibt der Haftpflichtschutz in jedem Fall bestehen, wenn ein Autofahrer im Winter einen Unfall verursacht und mit Sommerreifen gefahren war. Das heißt, die Versicherung zahlt dem Unfallopfer den Schaden. Anders sieht es jedoch unter Umständen beim Vollkaskoschutz aus, der den Schaden am eigenen Auto abdecken soll. Kann nachgewiesen werden, dass der Autofahrer fahrlässig mit Sommerreifen unterwegs war, kann die Versicherung die Zahlung kürzen.

Lagerung der Sommerreifen

Sommerreifen sollten im Winter trocken, dunkel und nicht zu warm gelagert werden. Optimal ist es, die Sommerreifen auf den Felgen auf einer Palette liegend übereinander zu stapeln und abzudecken. Auch lassen sich die Reifen am Felgenloch aufhängen, um Druckstellen zu vermeiden. Reifen ohne Felge stehen dagegen besser und sollten etwa alle vier Wochen etwas gedreht werden, um Dellen zu vermeiden. Auf jeden Fall sollten Autobesitzer vor dem Abmontieren der Reifen deren jeweilige Position am Auto (zum Beispiel „VL“ für „vorne links“) mit Kreide auf den Reifen schreiben, denn das erleichtert die richtig angeordnete Montage im Frühjahr. (dpa)

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