Gewerkschaften
Laschet: Anerkennung für gesellschaftsrelevante Berufe

Keine Großkundgebungen, keine Familienfeste mit Hüpfburg und Bierstand: Die Gewerkschaften haben ihre Veranstaltungen zum Tag der Arbeit coronakonform eindampfen müssen. Dadurch gab es für Ministerpräsident Laschet aber ein lautes Hupkonzert.

Samstag, 01.05.2021, 14:50 Uhr aktualisiert: 01.05.2021, 15:00 Uhr
Armin Laschet (CDU) spricht auf einer Kundgebung.
Armin Laschet (CDU) spricht auf einer Kundgebung. Foto: Oliver Berg

Düsseldorf (dpa/lnw) - NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat am Tag der Arbeit mehr Anerkennung für gesellschaftsrelevante Berufe etwa in der Pflege gefordert. «Die, die in prekären Beschäftigungsverhältnissen sind, die, die in den schlecht bezahlten Jobs sind, leisten zum Teil die größte Arbeit», sagte Laschet am Samstag bei der zentralen 1.-Mai-Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Anerkennung für Menschen in diesen Berufen äußere sich etwa über die Tarifbindung.

DGB-Landeschefin Anja Weber forderte von Laschet mehr konkrete Taten, um die Situation von Arbeitnehmern zu verbessern. Die soziale Spaltung in NRW wachse schon jetzt dramatisch. Jetzt müsse verhindert werden, dass vor allem die Arbeitnehmer durch Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit die Lasten der Krise tragen. Von der Landesregierung forderte sie, mit gutem Beispiel voranzugehen und die Vergabe öffentlicher Aufträge an die Einhaltung von Arbeitnehmerrechten zu knüpfen. «NRW muss endlich ein funktionierendes Tariftreuegesetz bekommen, das die Vergabe öffentlicher Aufträge an Tarifbindung koppelt», sagte die Gewerkschafterin.

Auch SPD-Landeschef Thomas Kutschaty betonte, Applaus alleine bedeute noch keinen Respekt für die Arbeit der Leute. «Respekt - das ist guter Lohn, faire Arbeitsbedingungen.»

Die zentrale Kundgebung des DGB in Nordrhein-Westfalen fand wegen der Corona-Beschränkungen auf einem Messeparkplatz in Düsseldorf statt. Die Besucher saßen wie im Autokino in ihren Fahrzeugen vor der Bühne - statt Applaus und Buh-Rufen gab es ein Hupkonzert. NRW-weit gab es gut 30 größere Kundgebungen zum Tag der Arbeit. Inhaltlicher Schwerpunkt war überall die Forderung der Gewerkschaften nach einer gerechten Verteilung der Corona-Folgelasten.

NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) forderte die Menschen in einer Videobotschaft auf, über die Arbeitsbedingungen im Versandhandel nachzudenken. In der Corona-Pandemie hätten viele Menschen noch einmal deutlich mehr im Internet bestellt oder per App ihr Essen ausgesucht und liefern lassen. «Hinter diesem System stehen viele Menschen, die fleißig arbeiten, aber aus meiner Sicht durchaus auch in prekärer Beschäftigung sind», sagte Laumann. Es sei die Pflicht jedes Konsumenten, auch beim Thema Arbeitsbedingungen kritisch hinzugucken.

In den acht Einzelgewerkschaften des DGB sind in NRW rund 1,4 Millionen Menschen organisiert. Die Gewerkschaften fordern eine Förderung der Tarifbindung, Entschuldung der Kommunen, steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und einen NRW-Sonderfonds für eine Ergänzung des Kurzarbeitergeldes.

© dpa-infocom, dpa:210501-99-428466/3

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