Bildung
Corona in NRW: Schulen bleiben leer, Kindergärten offen 

Nach den Osterferien sollen die meisten der 2,5 Millionen Schüler in Nordrhein-Westfalen zunächst für eine Woche Distanzunterricht erhalten. Eine Ausnahme gibt es nur für die Abschluss-Jahrgänge. In den Kindergärten geht dagegen der eingeschränkte Regelbetrieb weiter.

Donnerstag, 08.04.2021, 19:32 Uhr aktualisiert: 08.04.2021, 19:42 Uhr
Yvonne Gebauer (FDP), Ministerin für Schule und Bildung von Nordrhein-Westfalen.
Yvonne Gebauer (FDP), Ministerin für Schule und Bildung von Nordrhein-Westfalen. Foto: Marcel Kusch

Düsseldorf (dpa) - Die meisten der 2,5 Millionen Schüler Nordrhein-Westfalens werden nach den Osterferien angesichts der nach wie vor hohen Corona-Inzidenzzahlen erst einmal nicht in die Klassenräume zurückkehren. Sie sollen Distanzunterricht erhalten. Die Kindergärten im bevölkerungsreichsten Bundesland bleiben dagegen im eingeschränkten Regelbetrieb geöffnet. Das kündigte am Donnerstag die nordrhein-westfälische Landesregierung an.

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) sagte in Düsseldorf, mit Ausnahme der Abschlussklassen werde ab Montag Distanzunterricht für alle anderen Schüler in NRW stattfinden. Das gelte für eine Woche, danach werde man je nach Infektionsgeschehen über das weitere Vorgehen beraten. Die Maßnahme solle größtmögliche Sicherheit geben, sagte sie zur Entscheidung der Landesregierung wenige Tage vor dem Ferienende im bevölkerungsreichsten Bundesland.

Nur für die Schüler der Abschlussklassen in den weiterführenden Schulen soll nach den Osterferien weiter Präsenzlernen in den Klassenräumen möglich sein. Die Abiturprüfungen sollen wie geplant am 23. April 2021 beginnen.

Das Infektionsgeschehen nach der ersten Osterferienwoche und dem Osterfest sei mit diffusen Infektionsausbrüchen noch schwer einzuschätzen und erfordere eine Anpassung des Schulbetriebes in der kommenden Woche, betonte die Ministerin. Ab dem 19. April soll der Unterricht – sofern es das Infektionsgeschehen zulasse – dann wieder im Wechselmodus laufen - also mit Präsenzanteilen und in halbierter Klassenstärke.

In den Kindergärten in NRW bleibt es dagegen auch nach den Osterferien bei der pauschal um zehn Wochenstunden reduzierten Betreuung in festen Gruppen. Familienminister Joachim Stamp (FDP) begründete das ebenfalls mit «der derzeit unsicheren Entwicklung des Infektionsgeschehens». NRW geht hier aber nicht zurück in den in den «Notbetrieb» mit stark eingeschränktem Zugang nur für Eltern bestimmter Berufsgruppen und besonders Bedürftige.

Erstmals wird es nach den Osterferien kostenlose Selbsttests nicht nur für die Beschäftigten in Kitas sowie Tageseltern geben, sondern auch für die Kinder. «Die Eltern erhalten für ihre Kinder ab der kommenden Woche zwei Tests», kündigte Stamp an. «Die Anwendung der Schnelltests erfolgt auf freiwilliger Basis», heißt es im Informationsschreiben des Ministeriums.

Auch wenn die kommende Woche den Schulen und den Familien erneut viel Kraft abverlangen werde, sei es richtig, vorsichtig zu sein, meinte die Lehrergewerkschaft VBE. Die Grünen-Landtagfraktion mahnte, für die Abschlussjahrgänge dürfe der Unterricht in der Schule nur in kleinen Lerngruppen stattfinden. Die SPD sprach von einer Kehrtwende und «Bankrotterklärung mit Ansage».

Gebauer betonte, im Präsenzbetrieb an den Schulen werde es eine Testpflicht mit zwei Selbsttests pro Woche für alle Personen geben. Das werde in der Landesverordnung geregelt. «Die Testpflicht gilt für Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und für sonstiges an der Schule tätiges Personal gleichermaßen.»

Im Falle der Schüler bleibe Testort die Schule, so wie es vor den Ferien angelaufen war. «Schüler, die der Testpflicht nicht nachkommen, können nicht am Präsenzunterricht teilnehmen.» Bei Kindern und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf könne die Schulleitung Selbsttests Zuhause unter elterlicher Aufsicht zulassen. Man gehe von einem wöchentlichen Bedarf von 5,5 Millionen Selbsttests für die Schulen aus, deren Versand mit Verzögerung am Donnerstag begonnen habe.

Die Gewerkschaft Verdi forderte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) auf, den von ihm proklamierten «Brücken-Lockdown» wenigstens in NRW auch anzuwenden. Reduzierte Betreuungszeiten beinhalteten noch keinen Schutz vor Ansteckungen, kritisierte Landeschefin Gabriele Schmidt. Mittlerweile sei erwiesen, dass Kinder vermehrt Träger des Coronavirus seien. Auch Testen biete keinen ausreichenden Schutz für die Kita-Beschäftigten in NRW.

© dpa-infocom, dpa:210408-99-130482/5

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