Bildungssicherungsgesetz 2021
Dieses Schuljahr keine blauen Briefe - erweitertes Nachprüfungsverfahren für Ver­setzung

Düsseldorf -

Die Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen kämpfen mit den Lernbedingungen in der Corona-Pandemie. Schulministerien Yvonne Gebauer hat nun Maßnahmen beschlossen, die das Versetzen erleichtern. Sitzenbleiben können die Kinder und Jugendlichen dennoch.

Mittwoch, 24.02.2021, 18:04 Uhr
NRW
NRW Foto: dpa

Trotz aller Einschränkungen, die das Corona-Schuljahr 2020/21 mit sich brachte, werden schwächere Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen nicht – wie im vergangenen Schuljahr – automatisch in die nächste Klasse versetzt. Darüber informierte am Mittwoch NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer in Düsseldorf. Allerdings soll der rechtliche Rahmen geschaffen werden, um den Spielraum für Lehrkräfte und Schüler zu erweitern.

So gibt es laut Bildungs­sicherungsgesetz 2021 bei einer Minderleistung in einem Fach in diesem Jahr keine blauen Briefe. Ein erweitertes Nachprüfungsverfahren soll zudem die Ver­setzung erleichtern. „Wir vertrauen in die individu­elle Leistungsbewertung der jeweiligen Lehrerinnen und Lehrer“, betonte Gebauer. Wenn Schüler dennoch das Schuljahr freiwillig wiederholen wollten, soll es nicht auf die maximal zu­lässige Verweildauer an der jeweiligen Schule angerechnet werden.

„Wir erweitern, unter­stützen und entlasten. Das ist unser Kompass“, sagte ­Gebauer zu dem Gesetz­entwurf, der vom Kabinett beschlossen wurde und nun in einem Beteiligungsverfahren an die betroffenen Verbände geht. Für die Abschlussklassen wurde bereits zuvor ein Maßnahmenpaket geschnürt: So wurde der Aufgabenpool des Landes ­erweitert, Abiturprüfungstermine entzerrt und der Unterricht in nicht prüfungsrelevanten Fächern während der Prüfungszeit gestrichen. Zudem entfällt die externe Zweikorrektur von Abschlussklausuren.

Gelungener Schulstart 

Den seit Montag laufenden Schulstart bezeichnete die Bildungsministerin als „gut gelungen“. Lob habe es von den Schulen vor allem für die ausreichende Vorbereitungszeit gegeben. Auf den Einsatz von Laien-Schnelltests werde man zugreifen, sobald diese in ausreichender Qualität und Quantität vorhanden seien.

Die Landeselternschaft der Gymnasien fordert indes täglichen Präsenzunterricht für alle Klassen in NRW. Mit einer Reduzierung der Unterrichtsstunden sowie Verteilung auf Vor- und Nachmittage wäre das möglich, sagte die Verbandsvorsitzende Jutta Löchner am Mittwoch. Eine aktuelle Umfrage habe alarmierenden Handlungsbedarf zutage gefördert: Demnach erwarten mehr als 40 Prozent der mehr als 41 000 Eltern, die geantwortet haben, mittelgroße bis schwerwiegende Wissenslücken durch den eingeschränkten Unterricht in der Corona-Pandemie.

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