Kriminalität
Teppichbetrüger-Bande gefasst: 370 000 Euro erbeutet

Sankt Augustin (dpa) - Die Polizei hat eine überregional agierende Teppichbetrüger-Bande hochgenommen. Die drei mutmaßlichen Drahtzieher im Alter von 35, 46 und 55 Jahren seien in Frechen bei Köln und in Frankfurt/Main festgenommen worden, teilten die Kreispolizei Rhein-Sieg und die Bonner Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Die Bande soll in mehr als 20 Fällen überwiegend ältere Menschen um insgesamt mehr als 370 000 Euro gebracht haben.

Donnerstag, 29.10.2020, 14:06 Uhr aktualisiert: 29.10.2020, 14:12 Uhr
Ein Polizist mit Handschellen und Pistole am Gürtel.
Ein Polizist mit Handschellen und Pistole am Gürtel. Foto: Oliver Berg

Den Ermittlungen zufolge waren die Täter auf bislang ungeklärte Weise in den Besitz von Kundendaten von Teppichhäusern gelangt. Sie nahmen telefonischen Kontakt zu den Kunden auf, gaben sich als Mitarbeiter des Teppichhauses aus und vereinbarten einen Termin für einen Hausbesuch. Dort boten sie die Reinigung von Teppichen zu einem oftmals überzogenen Preis an.

Nachdem sie den Teppich mitgenommen hatten, begann die eigentliche Betrügerei. Den Opfern wurde suggeriert, dass sich der Teppich nach der Reinigung als besonders wertvoll herausgestellt habe und es vermögende Kaufinteressenten dafür gebe. Die Geprellten bezahlten dann Geld für angebliche Echtheitszertifikate, Gutachter, Ausfuhrzölle oder Transportversicherungen. Tatsächlich verkauft wurden die Teppiche nicht.

Ein Seniorenehepaar aus Sankt Augustin hatte Ende 2019 Anzeige wegen Betrugs erstattet und so die Ermittlungen ins Rollen gebracht. Insgesamt konnte die Polizei in den vergangenen Monaten elf Verdächtige ermitteln. Am Dienstag durchsuchten die Ermittler deren Wohnungen im Rhein-Erft-Kreis, Köln und Frankfurt. Dabei wurden die drei per Haftbefehl gesuchten Hauptverdächtigen gefasst.

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