Kirche
Katholiken-Chef Sternberg: «Frauenfrage entscheidend»

Dortmund (dpa) - Bei der angestrebten Reform der katholischen Kirche in Deutschland ist die Frauenfrage nach den Worten des obersten Laienvertreters Thomas Sternberg entscheidend. Die Diskussion darüber sei in der Kirche lange unterdrückt worden, «das rächt sich jetzt», sagte Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), am Freitag in Dortmund der Deutschen Presse-Agentur.

Freitag, 04.09.2020, 10:55 Uhr aktualisiert: 04.09.2020, 11:02 Uhr
Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.
Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Foto: Andreas Arnold

«Es wird eine ganz, ganz entscheidende Frage sein, wie die Frauenfrage behandelt wird, und da ist sehr, sehr viel möglich», versicherte Sternberg. Dabei sei nicht alles davon abhängig, ob das Priesteramt für Frauen geöffnet werde. Es gebe viele andere Leitungsämter, auch im spirituellen Bereich, die von Frauen übernommen werden könnten. Über Frauen als Priester könnten die deutschen Katholiken zwar nicht im Alleingang entscheiden. «Dennoch ist es wichtig, darüber jetzt zu diskutieren. Große Entscheidungen der jüngeren Kirchengeschichte sind nur möglich gewesen, weil vorher ganz viel passiert ist.» Die deutschen Reformbemühungen stießen international auf enormes Interesse - eben weil es dort um die gleichen Themen gehe.

Erstmals seit Beginn der Corona-Krise setzten die deutschen Katholiken am Freitag ihre Beratungen über den Reformprozess Synodaler Weg fort. Wegen Corona geschah dies nicht wie ursprünglich geplant in Form einer großen Synodalversammlung in Frankfurt am Main, da sich dafür 230 Menschen in einem Saal hätten versammeln müssen. Stattdessen hielten die Katholiken fünf kleinere Regionalkonferenzen ab: in Berlin, Dortmund, Frankfurt am Main, Ludwigshafen und München.

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