NRW meldet stark steigende Zahlen
In den Städten steigt das Corona-Risiko

Düsseldorf -

Der zuletzt massive Anstieg der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt in NRW weiter hoch. Das Gesundheitsministerium meldete am Donnerstag 420 neue Fälle binnen eines Tages.

Donnerstag, 13.08.2020, 20:40 Uhr aktualisiert: 13.08.2020, 20:54 Uhr
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) steht bei einem Besuch des Corona-Testzentrums im Flughafen Düsseldorf vor der Presse.
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) steht bei einem Besuch des Corona-Testzentrums im Flughafen Düsseldorf vor der Presse. Foto: Henning Kaiser/dpa

Der zuletzt massive Anstieg der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt in NRW weiter hoch. Das Gesundheitsministerium meldete am Donnerstag 420 neue Fälle binnen eines Tages. Einen Tag zuvor waren noch binnen 24 Stunden 535 neue Corona-Infektionen gemeldet worden, das war mehr als ein Drittel der bundesweit 1445 Fälle. Es war der höchste Wert seit gut drei Monaten.

Das intensivste Infektionsgeschehen beobachten die Gesundheitsbehörden in den Städten des Ruhrgebiets sowie in Remscheid und Solingen: Dort wurden bezogen auf 100 .000 Einwohner innerhalb einer Woche mehr als 20 neue ­Fälle gemeldet. Hagen führt bei der Sieben-Tage-Inzidenz mit 27, Bochum folgt mit 25,5 Neuinfektionen. Knapp unter 20 liegen aktuell die Kreise Gütersloh, Herford und Mettmann.

Persönliche Hygiene-Disziplin entscheidend

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) reagierte gegenüber dieser Zeitung besorgt: „Insbesondere in den Ballungsgebieten nehmen wir einen Anstieg der Neuinfektionen wahr.“ Ein Viertel der Fälle seien Urlaubsrückkehrer.

Als weitere Erklärung für die Zunahme nennen Fachleute die gestiegene Zahl von Tests, die vermehrt auch jüngere Leute nutzen. Laumann betonte: „Gerade mit Blick auf die Reiserückkehrer und den Schul- und Kitastart haben wir weiterhin ein wachsames Auge auf die Entwicklung.“ Deshalb sei die persönliche Hygiene-Disziplin entscheidend dafür, ob neue Maßnahmen bald nötig werden.

Schulstart für Erstklässler problemlos verlaufen

Trotz der steigenden Infektionszahlen gab Laumann vorläufig grünes Licht für das umstrittene Konzert mit Popstars wie Sarah Connor und Bryan Adams am 4. September in Düsseldorf. Das Hygiene-Konzept des Veranstalters, der rund 13 000 Zuschauer mit Abstand im Düsseldorfer Stadion unterbringen will, nannte der Minister „gewissenhaft“.

Die endgültige Entscheidung werde aber spätestens am 31. August nach Stand der Infektionen fallen. Wenn der so hoch wie jetzt sei, „wird eine Musikveranstaltung in dieser Größenordnung nicht stattfinden können“, sagt Laumann. Der Schulstart für 162.000 Erstklässler lief ungeachtet der Einschränkungen problemlos. Nur zwei Grundschulen in Essen und Viersen blieben nach Infektionen geschlossen.

Diese Regeln gelten in NRW seit dem 12. August

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  • Die Landesregierung hat die Coronaverordnungen für Nordrhein-Westfalen bis zum 31. August verlängert. Dabei sind einige Punkte verschärft worden.

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  • Bußgeld für Maskenverweigerer

    Wer in öffentlichen Verkehrsmitteln auf die Maske verzichtet, soll sofort mit 150 Euro Bußgeld zur Kasse gebeten werden.

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  • Maskenpflicht in der Schule

    Maskenpflicht besteht ab sofort auch auf dem gesamten Schulgelände - ab Klasse 5 grundsätzlich auch im Unterricht. Zudem ist eine feste Sitzordnung vorgeschrieben.

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  • Test-Pflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten

    Einreisende aus Risikogebieten müssen sich grundsätzlich 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben. Sie entfällt nur, falls dem Gesundheitsamt ein negatives Corona-Testergebnis vorgelegt werden kann, das nicht älter als 48 Stunden ist. Die Tests sind für Rückkehrer aus Ländern, die das Robert Koch-Institut als Corona-Risikogebiet einstuft, in jedem Fall Pflicht.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Keine Lockerungen

    Ansonsten gelten die drei Grundregeln unverändert weiter: Abstand halten, Mund-Nasenschutz tragen und die Nachverfolgbarkeit der Infektionsketten sicherstellen.

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  • Private Feiern

    Private Feste aus einem besonderen Anlass wie zum Beispiel Geburtstage, Taufen, Hochzeiten und Abschlussfeiern sind seit dem 15. Juli mit 150 Gästen erlaubt. Daran wurde nichts geändert.

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  • Sport

    Beim Kontaktsport in der Halle sind (seit dem 15. Juli) unverändert 30 Teilnehmer erlaubt. Bei Sportveranstaltungen sind weiterhin 300 Zuschauer gestattet.

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  • Hygienekonzept ab 300 Leuten

    Ist eine Veranstaltung mit mehr als 300 Besuchern geplant , muss ein Hygienekonzept vorgelegt werden. Auch diese Regelung gilt bereits seit dem 15. Juli.

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  • Die Regeln sind zunächst bis zum 31. August befristet. Die Details der Coronaschutzverordnung für NRW können Sie hier (pdf) nachlesen.

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