Wetter
Schwülheiße Luft hat NRW im Griff: Gewittergefahr bleibt

Gewitterschauer brachten am Dienstag nur kurze Abkühlung - zu mächtig blieb und bleibt die schwülheiße Luft. Das Umweltministerium mahnte, sich im Wald an die Regeln zu halten, sonst drohe eine «Katastrophe».

Dienstag, 11.08.2020, 19:25 Uhr aktualisiert: 11.08.2020, 19:32 Uhr
Eine aus Holz gestaltete Sonnenblume ist aufgestellt worden.
Eine aus Holz gestaltete Sonnenblume ist aufgestellt worden. Foto: Moritz Frankenberg

Essen/Düsseldorf (dpa/lnw) - Schwülheiße Luft lässt die Menschen in Nordrhein-Westfalen auch in den kommenden Tagen schwitzen - trotz kurzzeitiger Abkühlung durch teilweise heftige Gewitter. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) verlängerte am Dienstag seine Warnung vor extremer Hitze im westlichen Landesteil bis Mittwochabend. Das bedeutet, dass die sogenannte gefühlte Temperatur dort tagsüber weiterhin über 38 Grad liegen kann. Der DWD geht dabei von einer sehr hohen gesundheitlichen Gefährdung aus. Es war das erste Mal in diesem Sommer, dass solch eine Hitzewarnung der höchsten Stufe in NRW ausgegeben wurde.

Die tatsächlichen Höchsttemperaturen lagen am Dienstagnachmittag am Niederrhein bei 36 Grad oder mehr. Spitzenreiter in NRW war bis zum Nachmittag einmal mehr Tönisvorst, wo 36,7 Grad gemessen wurden.

Mancherorts gab es heftige Gewitter mit reichlich Regen und heftigem Wind. Nach DWD-Angaben zogen die Gewitter seit den Mittagsstunden vom Sauerland durch das südliche Ruhrgebiet und weiter Richtung Niederrhein.

Radar-Bilder des DWD zeigten in Bochum Regenmengen von stellenweise mehr als 40 Litern pro Quadratmeter, wie Meteorologin Ines Wiegand sagte. Die Feuerwehr Bochum zählte in der Folge 30 Einsätze. An vielen Stellen stürzten Bäume auf Straßen, teilweise wurden dabei auch Fahrzeuge beschädigt. Der Starkregen überflutete Keller und Wohnräume. Auch in Aachen gab es ein heftiges Hitzegewitter. Die Feuerwehr zählte laut einem Bericht der «Aachener Zeitung» bis zum Nachmittag 35 Einsätze. In Moers meldete die Feuerwehr ebenfalls überflutete Straßen, vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume.

Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) warnte am Dienstag mit eindringlichen Worten vor der Gefahr von Waldbränden. «Eine kleine Unachtsamkeit kann zu einer Katastrophe führen», erklärte sie in Düsseldorf. Es sei wichtig, dass sich «wirklich alle» Waldbesucher an die Regeln hielten. Die allermeisten Waldbrände hätten menschliche Ursachen. «Daher ist jetzt wichtig: Kein Rauchen und keine offenen Feuer im Wald. Bitte halten Sie zudem Waldzufahrten unbedingt für Rettungsfahrzeuge frei», sagte der Leiter des Landesbetriebes Wald und Holz NRW, Andreas Wiebe.

Die Anzahl der Tage mit hoher oder sehr hoher Waldbrandgefahr habe sich in den letzten Jahrzehnten verdoppelt, so das Ministerium weiter. «In der Periode 1961-1990 gab es durchschnittlich zehn Tage pro Jahr mit hoher oder sehr hoher Waldbrandgefahr. 1990-2019 waren es 20.» Im laufenden Jahr seien 39 Brände mit einer Fläche von rund 43 Hektar registriert worden. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr hatte die Waldbrandstatistik für NRW 94 Waldbrände erfasst, bei denen insgesamt 27,3 Hektar Wald zerstört wurden.

Laut Umweltbundesamt sind vor allem Menschen ab 65 Jahren und pflegebedürftige Menschen bei Hitze stark gefährdet. «Die Gefahr steigt mit zunehmendem Alter, weil die Fähigkeit des Körpers zur Selbstkühlung durch Schwitzen abnimmt», heißt es in der Broschüre «Hitzeknigge». Die Experten raten, nicht erst bei Durst zu trinken, sondern stündlich ein Glas Wasser. Empfohlen werden etwa Leitungswasser, Mineralwasser, gekühlter Kräutertee oder Tee. Eiskalte Getränke sowie Kaffee, stark gezuckerte und alkoholische Getränke sollten gemieden werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7530163?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819389%2F
Nachrichten-Ticker