Unfälle
NRW: Sechs Tote in Gewässern - ein Mann noch vermisst

Bei deutlich über 30 Grad suchen Tausende dringend Abkühlung. Dass das Baden auch Gefahren birgt, wird dabei leicht unterschätzt. Im Rhein starb eine junge Frau, ein Mann wird noch vermisst. Weitere Menschen starben in Seen, der Werre und dem Rhein-Herne-Kanal.

Montag, 10.08.2020, 12:59 Uhr aktualisiert: 10.08.2020, 13:12 Uhr

Düsseldorf (dpa/lnw) - Bei Unfällen in Gewässern sind am Wochenende in Nordrhein-Westfalen mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. In Düsseldorf wurde am Sonntagabend nach vier Stunden die Suche nach einem 18-Jährigen ergebnislos abgebrochen, der beim Baden im Rhein abgetrieben worden war. Er wäre das siebte Opfer.

«Jedes Jahr warnen wir besonders vor dem Rhein», sagte DLRG-Sprecher Michael Grohe am Montag: «Aber viele sind unbelehrbar - sobald wir uns umdrehen, gehen sie wieder ins Wasser.» Mehrere hundert ehrenamtliche DLRG-Helfer seien am Wochenende im Einsatz gewesen. Für die Arbeit am Ufer, im Boot und in den DLRG-Beobachtungstürmen bekämen sie kein Geld und oft obendrein Beschimpfungen von uneinsichtigen Badegäste, sagte Grohe.

In Köln-Rodenkirchen war am Sonntagabend die Leiche einer 27-Jährigen gefunden worden, die mit einer Freundin zwischen zwei Buhnen im Rhein gestanden hatte und in den Fluss abgetrieben worden war, wie die Polizei mitteilte. Samstagabend hatte die Feuerwehr Herne einen 36-Jährigen aus dem Rhein-Herne-Kanal geborgen, nachdem eine Hubschrauberbesatzung den im Wasser treibenden Körper gesichtet hatte. Der Mann hatte laut Polizei versucht, seinen Hund aus dem Wasser zu retten und sei dabei selbst ertrunken. Der Hund kam später zurück an Land.

In Hörstel war ein 17-Jähriger am Torfmoorsee zunächst als vermisst gemeldet worden, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Nach einer dreistündigen Suche wurde der Jugendliche tot aus dem See geborgen. Rund 30 Kilometer entfernt war am gleichen Abend ein 44-Jähriger im Bockholter See in Greven verschwunden. Bekannte hätten den Mann wenig später leblos im Wasser entdeckt, teilte die Polizei mit. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.

Ebenfalls am Samstagabend wurde nahe eines Stauwehrs ein 55-Jähriger tot aus der Werre geborgen, wie die Polizei Lippe mitteilte. Im Beyenburger Stausee nahe Wuppertal gab es einen besonders tragischen Fall: Ein 28-Jähriger mit geistiger Behinderung habe sich bei einem Spaziergang mit einem Betreuer am Sonntagnachmittag völlig unvermittelt in den See gestürzt, berichtete eine Polizeisprecherin. Er konnte nicht schwimmen und sei untergegangen. Passanten hätten ihn zwar aus dem Wasser gezogen, er sei aber im Krankenhaus gestorben.

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