Schulen
Maskenpflicht: Hitzefrei an Schulen großzügiger regeln

NRW startet in den nächsten Tagen bei Bruthitze ins neue Schuljahr - mit Maskenpflicht. Viele sind bereit, das zum Schutz vor Corona zähneknirschend zu akzeptieren. Dafür seien aber Erleichterungen bei den strengen Hitzefrei-Vorgaben fällig, finden Städtetag und Schüler.

Montag, 10.08.2020, 06:16 Uhr aktualisiert: 10.08.2020, 06:22 Uhr
Pit Clausen (SPD), Vorsitzender des Städtetags, spricht.
Pit Clausen (SPD), Vorsitzender des Städtetags, spricht. Foto: Friso Gentsch

Köln/Düsseldorf (dpa/lnw) - Der Städtetag Nordrhein-Westfalen unterstützt grundsätzlich die Maskenpflicht zum Schuljahresbeginn, fordert aber praxistaugliche Erleichterungen. «An heißen Sommertagen brauchen wir dann großzügigere Hitze-Freie-Entscheidungen», sagte der Vorsitzende des Städtetags, Pit Clausen, der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

Auch die Landesschülervertretung fordert, dass Hitzefrei in Zeiten coronabedingter Maskenpflicht nun auch für Oberstufenschüler gelten müsste. Die Hitze setze schließlich nicht nur Schülern der Sekundarstufe I zu, argumentieren sie.

Bislang sieht der Hitzefrei-Erlass der Landesregierung hitzefrei für die Oberstufe nicht vor. In Grundschulen und in der Sekundarstufe I entscheiden die Schulleiter über die Befreiung. Im Erlass heißt es: «Als Anhaltspunkt ist von einer Raumtemperatur von mehr als 27 Grad Celsius auszugehen. Beträgt die Raumtemperatur weniger als 25 Grad Celsius, darf Hitzefrei nicht erteilt werden.»

Zum Schulstart gilt in NRW ab Mittwoch Maskenpflicht in allen Schulgebäuden und auf dem Gelände - in weiterführenden und berufsbildenden Schulen sogar im Unterricht. Diese strenge Regelung gibt es bislang nur in NRW.

Schule mit Maske sei in jedem Fall besser als gar keine Schule, unterstrich der Städtetagsvorsitzende und Bielefelder Oberbürgermeister Pit Clausen. «Wir sind in den Städten auf den Schulstart gut vorbereitet. Die Schulträger haben sich um den Infektionsschutz in den Schulen gekümmert.»

Es fehle aber eine gemeinsame Strategie von Land und Kommunen für das digitale Lehren und Lernen, stellte Clausen fest. «Bei der Vermittlung digitaler Kompetenzen darf nicht jede Schule ihre eigene Suppe kochen.» Pädagogische Vorgaben und technische Standards für die verschiedenen Schulformen müssten klar sein.

Zwar sei zu begrüßen, dass das Land die Laptops und Tablets für Lehrkräfte finanziere. Es sei aber nicht geklärt, ob auch Mittel für die Wartung und für Ersatzgeräte übernommen würden.

In den vergangenen Monaten sei zwischen Schulministerium und Kommunen «nicht alles rund gelaufen», bilanzierte Clausen. Daher biete der Städtetag nun Gespräche an, um Differenzen im Interesse der Schüler auszuräumen.

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