Natur
Verschärfte Borkenkäfer-Lage: NRW stockt die Hilfe auf

Die Lage im NRW-Wald verschärft sich: Weil Bäume durch Borkenkäfer und Dürre massenhaft absterben, stockt das Land seine Hilfe deutlich auf. Experten wollen herausfinden, wie vital die Bäume überhaupt noch sind.

Montag, 13.07.2020, 12:10 Uhr aktualisiert: 13.07.2020, 15:22 Uhr
Ein Borkenkäfer krabbelt über die Unterseite einer Fichtenrinde.
Ein Borkenkäfer krabbelt über die Unterseite einer Fichtenrinde. Foto: Roland Weihrauch

Meckenheim (dpa/lnw) - Das erneut warme und trockene Frühjahr führt nach Angaben des NRW-Umweltministeriums zu einer dramatischen Verschärfung der Borkenkäfer-Schäden in den Wäldern. Bis Ende 2020 werde die Menge an Holz von geschädigten Bäumen voraussichtlich um ein Drittel steigen - von 25,5 auf 34 Millionen Kubikmeter, teilte das NRW-Umweltministerium am Montag mit. In den kommenden Wochen werden Experten des Landesbetriebs Wald und Holz NRW rund 10 000 Bäume in den Blick nehmen, um den Gesundheitszustand der vier Hauptbaumarten in NRW - Buche, Eiche, Fichte und Kiefer - zu erfassen.

In dieser Extremsituation stockt das Land die Hilfen für Wald- und Holzwirtschaft deutlich auf: Zu den bisherigen Mitteln von über 29 Millionen Euro sollen noch im laufenden Jahr weitere Hilfen in Höhe von 28 Millionen Euro fließen - unter anderem zur Unterstützung der Wiederbewaldung von Schadflächen. Die privaten Waldbauern in NRW hatten zuvor dringend mehr Hilfe vom Land in dieser Ausnahmelage gefordert.

Zielgerichtete Hilfe

NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) stellte am Montag bei einem Treffen mit Waldbauern im Kottenforst bei Bonn fest: «Mit den Sondermitteln ergänzen wir die bestehende Förderung, um der Forst- und Holzwirtschaft in der aktuellen Extremsituation zielgerichtet zu helfen und die Waldzukunft nachhaltig zu gestalten.»

Vor dem Hintergrund der extremen Schadenslage beginnt jetzt die landesweite Waldzustandserhebung. Um aktuelle Daten zur Vitalität der Baumarten zu erhalten, werden Experten in den kommenden Wochen an 500 Stichproben-Punkten mehr als 10 000 Bäume begutachten, wie das Umweltministerium mitteilte. Dazu ist der ganze NRW-Wald in ein Raster von vier mal vier Kilometern aufgeteilt. An den Schnittpunkten stehen die Probe-Bäume.

Maßnahmen zum Schutz

Die Experten schauen vor allem darauf, wie licht die Baumkrone ist. Das liefere wertvolle Hinweise für die systematische Einschätzung der Gesundheit der Bäume und in der Summe zum Zustand des nordrhein-westfälischen Wälder, erklärte der leitende Waldplaner des Landesbetriebs, Jörg Meißner. Aus den gewonnen Daten können demnach auch Maßnahmen zum Schutz und zur Entwicklung der Wälder der Zukunft abgeleitet werden.

Die «Diagnose» aufgrund der statistischen Erhebung veröffentlicht das Umweltministerium in der Regel im November im Waldzustandsbericht. Der Zustand des NRW-Waldes hatte sich schon 2019 weiter verschlechtert: Nur jeder fünfte Baum wirkte äußerlich gesund und hatte keine Schäden.

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