Gesundheit
Hygiene-Experten testen am Montag neue Filter bei Tönnies

Gütersloh (dpa/lnw) - Am Montag sollen Hygiene-Experten der Uni Bonn die neue Filtertechnik im Schlachtbetrieb Tönnies unter die Lupe nehmen. Geplant ist, dass die Filter in der Lüftungsanlage am Wochenende eingebaut werden. «Die Wissenschaftler werden dann mit Rauch testen, ob die Umluft-Anlage wie gewünscht funktioniert», sagte Tönnies-Sprecher André Vielstädte am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Begleitet wird der Test von den Behörden.

Freitag, 10.07.2020, 13:03 Uhr aktualisiert: 10.07.2020, 13:12 Uhr
Auf dem Dach des Werksgeländes steht das Logo der Firma Tönnies in Form von zwei Kühen und einem Schwein.
Auf dem Dach des Werksgeländes steht das Logo der Firma Tönnies in Form von zwei Kühen und einem Schwein. Foto: Guido Kirchner

Nach dem Nachweis von massenhaften Corona-Infektionen bei Mitarbeitern von Tönnies am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück hatte eine erste Analyse den Verdacht auf die Umluftanlage gelenkt. Mit deren Hilfe wird die Atemluft der in der Zerlegung körperlich hart arbeitenden Mitarbeiter auf 6 bis 10 Grad gekühlt, um die Lebensmittel zu schützen. Die gekühlte Luft wurde dann bislang ohne Filter zurück in die Halle geführt. Der Bonner Wissenschaftler Martin Exner hatte nach einer ersten Analyse die Luftumwälzung im Werk als möglichen Faktor für die Virusausbreitung benannt.

Über die Wiederaufnahme der Produktion am Hauptstandort des Fleischproduzenten Tönnies ist nach drei Wochen weiterhin noch keine Entscheidung gefallen. Die Schließungsverfügung gilt bis zum 17. Juli. Die Stadt Rheda-Wiedenbrück hatte aber angekündigt, dass die technischen Dienste ihren Betrieb nun wieder aufnehmen dürften, um weitere Maßnahmen für das neue Hygieneschutzkonzept einleiten zu können. So werden Schutzelemente in Kantinenbereichen und in Teilen der Produktion montiert.

Rund 1400 Arbeiter des Werks hatten sich nachweislich mit dem Virus infiziert. Vorübergehend waren deshalb zusätzliche Corona-Einschränkungen des öffentlichen Lebens für den Kreis Gütersloh und auch für den Nachbarkreis Warendorf verhängt worden. Dort wohnen ebenfalls viele Tönnies-Mitarbeiter.

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