Brauchtum
Düsseldorfs Prinzenpaar notfalls zwei Jahre im Amt

Alles neu macht Corona, das gilt auch für den Karneval. In Düsseldorf könnte das Virus zu einem Bruch mit Traditionen führen: Womöglich bleibt das Prinzenpaar länger im Amt. In Köln dagegen will man es bei einer einjährigen Amtszeit des dortigen Dreigestirns belassen.

Freitag, 10.07.2020, 11:41 Uhr aktualisiert: 10.07.2020, 11:52 Uhr

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Corona-Krise sorgt für eine historische Neuerung in der Karnevals-Hochburg Düsseldorf: Sollte die kommende Session samt Rosenmontagszug in Teilen flachfallen, darf das gerade vorgestellte Prinzenpaar ein weiteres Jahr im Amt bleiben. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Karnevalistenkreisen. «Bild» hatte zuvor berichtet.

Der Hintergrund: Als Karnevalsprinz und Venetia - so heißt die Prinzessin in Düsseldorf - muss man auch selbst viel Geld in die Hand nehmen. In jecken Kreisen ist von mehreren Zehntausend Euro die Rede. Vieles läuft auch über Sponsoren. Bezahlt werden müssen am Ende unter anderem Orden und Ornat. Damit der neue Prinz Dirk Mecklenbrauck (50) sein teures Gewand im schlimmsten Fall nicht ungetragen in den Schrank hängen muss, wurden ihm und Venetia Uåsa Katharina Maisch (47) dem Vernehmen nach eine zweite Session zugesichert - falls es mit der ersten nichts wird. Läuft alles nach Plan, endet die Amtszeit der beiden wie gewohnt am Aschermittwoch 2021. Das neue Prinzenpaar war aufgrund der Corona-Pandemie am Mittwoch im Düsseldorfer Autokino statt traditionell im Rathaus vorgestellt worden.

Das Thema Karneval und Corona sorgt im Rheinland seit Wochen für Debatten. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte sich jüngst gegen Straßenveranstaltungen zur traditionellen Sessionseröffnung am 11.11. ausgesprochen: «Draußen, Straßenkarneval, Infektionsübertragungszeit, Alkohol, Enge - das passt nicht in diese Zeit», sagte Laschet Ende Juni. Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte am Donnerstag: «Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass wir Karneval schön feiern können.» Wie dass letztlich aussehen werde, müsse man in einigen Monaten sehen. Für ihn sei zum Beispiel die Frage, wie es nach der Rückkehr von Urlaubern mit Corona weiter gehe.

In Köln hat man bereits verkündet, 2021 Karneval feiern zu wollen - die Frage ist nur, unter welchen Bedingungen. «Klar» sei aber, dass es ein Kölner Dreigestirn geben werde. Traditionell wird es erst nach den Sommerferien verkündet. Die Proklamation erfolgt im Januar. Anders als in Düsseldorf will man es bei einer einjährigen Amtszeit belassen. «Wir haben auf jeden Fall nur ein Dreigestirn für das Jahr 2021», sagte ein Sprecher des Festkomitees Kölner Karneval am Freitag.

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