Kriminalität
Verdoppelt: NRW-Ermittler stellen 115 Millionen Euro sicher

Düsseldorf (dpa/lnw) - NRW-Finanzermittler haben im vergangenen Jahr 115 Millionen Euro sichergestellt. Damit wurde der Betrag von 45 Millionen Euro aus dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Das geht aus dem aktuellen Lagebild «Finanzermittlungen» des Landeskriminalamts NRW hervor. Die «Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung» hatte zuvor berichtet.

Donnerstag, 02.07.2020, 13:46 Uhr aktualisiert: 02.07.2020, 13:52 Uhr

Dies deute darauf hin, dass die rechtlichen Reformen bei der Vermögensabschöpfung und die Schaffung der Zentralen Stelle für Vermögensabschöpfung Nordrhein-Westfalen (ZOV NRW) bei der Generalstaatsanwaltschaft Hamm Wirkung zeigten.

Die Ermittler listeten eine Reihe unterschiedlicher Fälle auf: So habe eine Sparkasse verdächtige sechsstellige Transaktionen auf das Konto eines 22-jährigen Deutschen gemeldet. Ermittlungen der Polizei liefen zunächst ins Leere, doch dann sei man mit Hilfe von Steuerfahndern auf ein Verfahren wegen gewerbsmäßigen Bandenbetruges («Rip-Deal») in Rheinland-Pfalz gestoßen.

Das Verfahren habe sich gegen die Eltern des 22-Jährigen gerichtet. Gegen den 50-jährigen Vater und die 48-jährige Mutter lagen bereits diverse Erkenntnisse wegen schweren Raubes und ähnlicher Delikte vor.

Das Landeskriminalamt habe zudem gegen türkische Bargeldkuriere und deren Auftraggeber ermittelt nach mehreren Bargeldfunden in Höhe von insgesamt 1,5 Millionen Euro an den Flughäfen Köln und Düsseldorf. Durchsuchungen im Januar 2019 hätten den Verdacht erhärtet, dass es sich um Geldwäsche gehandelt habe.

Auch einer Betrugsmasche aus dem Internet kamen die Ermittler auf die Schliche. Bei der als «Love-Scam» oder «Romance-Scam» bekannten Masche bitten angebliche US-Soldaten aus Afghanistan um finanzielle Hilfe bei Transportkosten für persönliche Gegenstände. Über den verdächtigen Verwendungszweck, den eines der Opfer auf die Überweisung geschrieben hatte, kamen die Ermittler den Betrügern auf die Spur und froren das Konto ein.

Als auf dem Privatgirokonto eines Minderjährigen Überweisungen in Höhe von 11 500 Euro eingingen, meldete die kontoführende Bank wiederum einen Geldwäscheverdacht. Die Überweisungen stammten vom Konto einer Textilhandelsfirma, in der die Mutter des Minderjährigen arbeitete. Sie habe Firmengelder abgezweigt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7477677?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819389%2F
Nachrichten-Ticker