Fußball
Labbadias Endspurt-Plan: Siege helfen: Aus für Dilrosun

Zu viele Experimente will Hertha-Trainer Labbadia im Saison-Endspurt nicht wagen. Denn das Ziel bleibt, so viele Spiele wie möglich zu gewinnen. Allerdings verlängert der Ausfall von Dilrosun die Ausfall-Liste.

Montag, 08.06.2020, 13:21 Uhr aktualisiert: 08.06.2020, 13:32 Uhr
Hertha-Trainer Bruno Labbadia spricht zu seinem Spieler Vladimir Darida.
Hertha-Trainer Bruno Labbadia spricht zu seinem Spieler Vladimir Darida. Foto: Lars Baron

Berlin (dpa) - Der Plan von Bruno Labbadia ist klar und deutlich. «Ich will in erster Linie jedes Spiel gewinnen», sagte der Trainer von Hertha BSC zum anstehenden Saison-Endspurt in der weiterhin unter besonderen Verhältnissen spielenden Fußball-Bundesliga. Allerdings wird die Personal-Situation beim Berliner Erstligisten immer angespannter. Am Montag meldete der Verein, dass für Javairo Dilrosun aufgrund einer Muskelverletzung die Saison vorzeitig beendet ist.

Von den Abstiegssorgen ist Hertha nach fünf Spielen unter Labbadia (drei Siege, ein Remis, eine Niederlage) befreit, nach oben geht auch eher kaum noch etwas. Bleibt als Aufgabe, schon die Basis für die kommende Saison zu stärken. «Es hilft der Mannschaft auch weiter in der Entwicklung, wenn man Siege einfährt», betonte der Chefcoach.

Eintracht Frankfurt am kommenden Samstag zu Hause, der SC Freiburg auswärts, Bayer Leverkusen im heimischen Olympiastadion und Mönchengladbach im Borussia-Park sind die letzten vier Aufgaben für Hertha. «Wir versuchen, mit der bestmöglichen Mannschaft da reinzugehen», verriet Labbadia. Zwar scheue er sich nicht, «junge Spieler reinzuwerfen», wie die 45-Minuten-Chance für den 19 Jahre jungen Angreifer Jessic Ngankam beim jüngsten 0:1 in Dortmund bewies. Aber falls Stammelfspieler wie Marvin Plattenhardt oder Matheus Cunha wieder dabei sind, wird der Coach zuerst auf sie zurückgreifen.

Der Zwischenstand mit Rang neun und 38 Punkten ist positiv. «In fünf Spielen haben wir drei Tore kassiert und elf geschossen. Das Verhältnis passt», sagte Labbadia. Diese Tendenz soll zementiert werden. «Das geht nur, wenn alle mitmachen in der Organisation», unterstrich der Hertha-Trainer. Manager Preetz arbeitet derweil am Kader für 2020/21, die «Bild» brachte den Niederländer Deyovaisio Zeefuik (22) vom FC Groningen als Rechtsverteidiger ins Gespräch.

Aktuell ist die Auswahl für Labbadia noch kleiner geworden. Der niederländische Nationalspieler Dilrosun kann in den restlichen Geisterspielen nicht mehr eingesetzt werden. «Jetzt treten langsam die Folgen der langen Pause ein», sagte der Trainer und wies auf die komplizierten Bedingungen beim Re-Start der Bundesliga hin. Hertha war nach nur einer Woche Mannschaftstraining wieder eingestiegen.

Der Argentinier Santiago Ascacibar und Talent Luca Netz können wegen Verletzungen ebenfalls im Saison-Endspurt nicht mehr mitwirken. Der Brasilianer Matheus Cunha hatte bis zum vergangenen Sonntag wegen einer Gehirnerschütterung absolutes Sportverbot. Auch Marvin Plattenhardt, Marius Wolf und Ersatztorwart Thomas Kraft fehlten zuletzt. Die Innenverteidiger Niklas Stark und Karim Rekik haben in der Vorwoche erst wieder mit dem Mannschaftstraining begonnen.

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