Freizeit
Landesgartenschau in Kamp-Lintfort gestartet

Von der Zeche zur Landesgartenschau - kaum eine Stadt hat den Wandel nach der Kohle so schnell geschafft wie Kamp-Lintfort. Nach der Vollbremsung wegen Corona gings jetzt los.

Dienstag, 05.05.2020, 14:32 Uhr aktualisiert: 05.05.2020, 14:42 Uhr
Ein buntes Blumenfeld blüht auf dem Gelände der Landesgartenschau.
Ein buntes Blumenfeld blüht auf dem Gelände der Landesgartenschau. Foto: Marcel Kusch

Kamp-Lintfort (dpa/lnw) - Die Landesgartenschau (Laga) Kamp-Lintfort ist am Dienstag unter Corona-Bedingungen gestartet. Hunderte schlenderten am Vormittag mit Abstand und vereinzelt auch mit Schutzmaske über das neu gestaltete Gelände der früheren Zeche Bergwerk West und schauten sich Gärten, Blumen und Park an. «Es ist noch nicht so viel los. Aber das Interesse ist da», sagte Andreas Iland von der Geschäftsführung. Viele Anrufer außerhalb der Region wollten sich erst einmal vergewissern, dass die Landesgartenschau jetzt tatsächlich geöffnet sei.

Das Startsignal vom Land war am Wochenende gekommen, die letzte Entscheidung hatte die Kommunalpolitik erst am Vorabend getroffen. Ursprünglich war die Eröffnung deutlich früher für den 17. April geplant gewesen.

Mit Themengärten, Blumenhalle, Gärtnermarkt, Infopavillons und Park seien fast alle Attraktionen offen - bis auf den Aussichtsturm Schacht 1. Aber das kann sich vielleicht bis zum 11. Oktober noch ändern, wie Iland hoffte: Genauso wie die Regelungen für die Gastronomie, die im Moment noch alles «to go» - also für unterwegs - anbiete.

Die Laga rechnet trotz der noch ungünstigen Bedingungen vorerst weiter mit 560 000 Besuchern, obwohl zunächst die ganzen Busgruppen wegfallen. In den nächsten sechs bis acht Wochen will die Geschäftsführung beobachten, wie sich die Besucherzahlen entwickeln und dann ihre Erwartung aktualisieren. Mangels Alternativen in der Ferienzeit könne sich die Schau zu einem Ziel für Menschen entwickeln, die einen schönen Tag verbringen wollten, hoffte Iland.

Neben angelegten Gärten zu bestimmten Themen zeigt die Schau den Angaben zufolge in der so genannten Blumenhalle alle zwei Wochen wechselnde Ausstellungen. Seit dem vergangenen Freitag ist eine Ausstellung mit Azaleen und anderen Gehölzen zu sehen in einem Farbenspiel von Purpur, Orange und Rot.

Nach der Schließung der Zeche Bergwerk West im Jahr 2012 hatte Kamp-Lintfort mit der Landesgartenschau die Weichen für ein neues Quartier mit Wohnungen, Dienstleistern, kleinen Gewerbebetrieben und einem Park gestellt. Die Umsetzung erfolgte so schnell wie auf kaum einem anderen Zechengelände.

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