Tiere
Jagdverband: NRW mit höchster Feldhasen-Population

Hasen sieht man nicht so leicht: Die Langohren sind gute Läufer und vor allem nachts aktiv. In NRW kommen sie in flachen Gebieten wie dem Münsterland besonders häufig vor. Nach Angaben der Jäger sind die Feldhasen-Bestände stabil. Doch Naturschützer machen sich Sorgen.

Mittwoch, 08.04.2020, 13:42 Uhr aktualisiert: 08.04.2020, 13:52 Uhr
Ein Feldhase läuft über ein Feld.
Ein Feldhase läuft über ein Feld. Foto: Boris Roessler

Düsseldorf (dpa/lnw) - Der Feldhase ist ein Multitalent: Er hat ein ausgezeichnetes Gehör, kann drei Meter weit und zwei Meter hoch springen und sprinten wie der Blitz. Allerdings lässt sich das Wildtier beim Hoppeln durch die Wiesen an Ostern und auch sonst nur selten blicken: Denn Hasen sind vor allem nachts unterwegs. Das Langohr steht in Nordrhein-Westfalen auf der Vorwarnstufe zur Roten Liste, die gefährdete bis vom Aussterben bedrohte Arten aufführt.

Naturschützer sind schon lange in Sorge. «Die Bestände sind massiv rückläufig», sagt Birgit Königs, die Sprecherin des Naturschutzbundes Nabu in Nordrhein-Westfalen. Als Hauptverursacher nennt der Nabu die Landwirtschaft: Denn zwischen dicht bepflanzten Äckern und Monokulturen fehlen Schutzzonen für Meister Lampe und seinen Nachwuchs. Andere Arten wie Kiebitz, Feldlerche, Rebhuhn oder Feldhamster haben im Grunde die gleichen Probleme: In der durchrationalisierten Agrarlandschaft gibt es wenig Flächen, in denen diese Tiere und ihre Jungen sicher leben und Futter finden können.

Nach Angaben des Landesjagdverbands sind die Bestände an Feldhasen in NRW «seit 2017 stabil mit einer erfreulichen Tendenz leicht nach oben». Im Durchschnitt leben demnach derzeit etwa 19 Tiere auf einem Quadratkilometer. Die Zahlen würden zweimal jährlich von Jägern in Referenzrevieren erhoben. Im Jagdjahr 2018/19 wurden laut offizieller Statistik 43 408 Feldhasen in NRW erlegt.

NRW ist nach Angaben des Verbands das Bundesland mit der höchsten Population von Feldhasen. Die Tiere würden nachhaltig bejagt, es würden nur so viele Hasen geschossen, dass die Gesamtanzahl stabil bleibe.

Der Hase war ursprünglich ein Steppentier. Im flachen Münsterland, der Soester, der Warburger und der Jülich-Zülpicher Börde findet das Tier hier günstige Lebensräume. Der von Natur aus scheue Hase bevorzugt warme, trockene und offene Flächen mit einer guten Rundsicht.

Viele Reviere hätten in den letzten Jahren freiwillig auf eine Bejagung des Feldhasen verzichtet, erklärte das Landesumweltamt. Dass die Hasenzählung der Jäger Grundlage für die Bewertung der Bestände in Nordrhein-Westfalen ist, ist dem Nabu ein Dorn im Auge. Die Naturschützer fordern «gesicherte Daten» der Bestände.

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