Wissenschaft
Studie: Vermehrt Verschwörungstheorien zu Corona

Münster (dpa) - Auf sogenannten alternativen Nachrichtenseiten im deutschsprachigen Internet wurden in der Corona-Krise laut einer Studie der Uni Münster vermehrt Verschwörungstheorien statt falscher Nachrichten verbreitet. Kommunikationswissenschaftler der Uni untersuchten von Anfang des Jahres bis zum 22. März insgesamt 120 000 Post bei Facebook. 15 000 davon stammten von alternativen Nachrichtenseiten, die sich als kritische Gegenstimme zu klassischen Medienangeboten verstehen.

Dienstag, 07.04.2020, 13:45 Uhr aktualisiert: 07.04.2020, 13:52 Uhr
Blick auf das Fürstbischöfliche Schloss, Sitz der Westfälischen Wilhelms-Universität.
Blick auf das Fürstbischöfliche Schloss, Sitz der Westfälischen Wilhelms-Universität. Foto: Rolf Vennenbernd

«Unsere Analyse zeigt, dass es, anders als Politiker, Journalisten und die Öffentlichkeit vermuten, kein nennenswertes Maß an frei erfundenen Nachrichten gibt. Vielmehr hat sich gezeigt, dass sich die Alternativmedien während der Corona-Krise gerne die Faktenlage zurechtbiegen und Gerüchte sowie einzelne Verschwörungstheorien verbreiten», sagte Professor Thorsten Quandt über das Ergebnis der am Dienstag veröffentlichten Studie.

Diese Medien vermischen laut Quandt in ihren Veröffentlichungen das Leugnen des Klimawandels, die Migrantenkrise, Weltuntergangstheorien und das Coronavirus. Fake News, also verifizierbare Falschnachrichten, würden die Menschen in der Regel gut erkennen. Bei den Gerüchten - Quandt nennt das «Gemurmel» - sei das deutlich schwieriger und damit im Ergebnis gefährlicher.

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