Religion
Gemeinde in Gelsenkirchen verteilt tütenweise Ostersymbole

Wenn die Gläubigen nicht zur Osterfeier kommen können, muss die Osterfeier zu den Gläubigen kommen - so die Idee einer Gelsenkirchener Gemeinde. Deshalb verteilt sie nun Tüten mit Osterkerze, Palmzweig und Co. für christliche Ostern daheim.

Freitag, 03.04.2020, 06:59 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 07:12 Uhr
Ein geweihter Buchsbaumzweig steckt in einer Tüte für zu Hause an einer Türklinke.
Ein geweihter Buchsbaumzweig steckt in einer Tüte für zu Hause an einer Türklinke. Foto: Caroline Seidel

Gelsenkirchen (dpa/lnw) - Ausfallendes Gemeindeleben in der Corona-Krise macht erfinderisch: Um den Gläubigen über Ostern etwas an die Hand zu geben, verteilt eine Gelsenkirchener Gemeinde tütenweise christliche Symbole für das Osterfest daheim. Für die Zeit ab Palmsonntag sind dort beispielsweise ein gesegneter Palmzweig, eine Osterkerze oder ein Taschentuch für den Karsamstag zu finden - Symbol für Trauer über den Tod von Jesus Christus. «Das Ganze ist gemeint als tägliche Raststation von Palmsonntag bis Ostern», sagte Pfarrer Bernd Steinrötter. Dazu gibt es jeweils «Beipackzettel» mit Hinweisen und Impulsen für die innere Einkehr.

Per Internet und Pfarrbrief hatte die katholische Gemeinde die Idee der Oster-Tüten publik gemacht: «Wir wurden von Anmeldungen überrannt», sagte Steinrötter. Fast 300 Gläubige haben eine Tüte bestellt. Ehrenamtliche haben sie gepackt und verteilen sie bis Palmsonntag - «natürlich kontaktlos. Wir stellen sie vor der Tür, klingeln und gehen», betonte der Pfarrer.

Die Idee ist eine von vielen, wie Kirchen fehlende Gottesdienste gerade jetzt zu den höchsten christlichen Feiertagen aufzufangen versuchen. Zahlreiche Gemeinden bieten Streams von Gottesdiensten im Internet, Seelsorge-Telefone, Flugblätter mit Gebeten oder den Versand von Osterliturgien für daheim an.

«Das Gemeindeleben findet gerade nicht so statt, wie wir es kennen. Im Rahmen unserer Möglichkeiten müssen wir jetzt schauen, dass wir den Menschen etwas für Geist und Seele mitgeben», sagte Steinrötter. Entstanden seien etwa ein Gesprächsdienst am Telefon, aber auch zahlreiche digitale Angebote wie täglich auf der Internetseite eingestellte Gebetsimpulse.

«Für müssen aber auch darauf achten, dass wir auch jene nicht abhängen, die diese digitalen Zugänge nicht nutzen», betonte Steinrötter. Ihm sei es wichtig gerade jetzt in schwierigen Zeiten präsent zu sein, trotz Kontaktsperre. «Wenn die Menschen uns jetzt in der Krise nicht als relevant erleben, dann wird es in einer Zeit der Normalität umso schwieriger, die Leute zu erreichen», sagte der Pfarrer.

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