Kriminalität
Anklage gegen Ehemann nach Tod seiner demenzkranken Frau

Emsdetten (dpa/lnw) - Rund drei Monate nach dem gewaltsamen Tod einer demenzkranken Frau in einem Pflegeheim ist Anklage gegen den Ehemann erhoben worden. Die Staatsanwaltschaft Münster wirft dem 67-Jährigen laut Mitteilung von Mittwoch Totschlag vor. Er soll seine seit Jahren schwer kranke Frau im Dezember 2019 wie jeden Tag in Emsdetten besucht haben. Laut Anklage fesselte er die 61-Jährige, die auf einen Rollstuhl angewiesen war und sich nicht mehr verbal äußern konnte, mit einem Seil, zog ihr eine Plastiktüte über den Kopf und erdrosselte sie. Anschließend habe er sich betrunken. Er wurde im Bahnhof in Rheine festgenommen.

Mittwoch, 01.04.2020, 11:52 Uhr aktualisiert: 01.04.2020, 12:02 Uhr
Justitia-Figur auf dem Gerechtigkeitsbrunnnen auf dem Römerberg.
Justitia-Figur auf dem Gerechtigkeitsbrunnnen auf dem Römerberg. Foto: Frank Rumpenhorst

Der Angeschuldigte sitzt in Untersuchungshaft und hat bislang zu den Vorwürfen geschwiegen. Nach seiner Aussage kann er sich an die Ereignisse des 12. Dezember nicht erinnern. Das Motiv ist laut Anklage derzeit offen. Die Ermittler gehen aber davon aus, dass die sich seit Jahren verschlechternde Gesundheitssituation der Ehefrau und die psychische Belastung für den Ehemann die Gründe waren.

Über die Zulassung der Anklage muss jetzt das Landgericht Münster entscheiden. Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt geht davon aus, dass der 67-Jährige zur Tatzeit uneingeschränkt schuldfähig war.

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