Urteile
Mann überfährt Ehefrau: Haft wegen fahrlässiger Tötung

Ein 79-jähriger Rentner überfährt seine Frau und tötet sie. Bis zuletzt glaubt die Staatsanwaltschaft an Absicht. Das Gericht schließt im Urteil aber einen Unfall nicht aus.

Mittwoch, 26.02.2020, 16:25 Uhr aktualisiert: 26.02.2020, 16:32 Uhr
Blick auf das Gebäude, in dem sich Landgericht, Amtsgericht und Arbeitsgericht befinden.
Blick auf das Gebäude, in dem sich Landgericht, Amtsgericht und Arbeitsgericht befinden. Foto: Bernd Thissen

Essen (dpa/lnw) - Das Essener Landgericht hat am Mittwoch einen 79-jährigen Deutschen wegen fahrlässiger Tötung zu drei Jahren Haft verurteilt. Der Angeklagte hatte im September 2018 seine Ehefrau auf dem Parkplatz am Schloss Lembeck in Dorsten mit dem Auto überfahren. Dabei hatte das 65-jährige Opfer tödliche Verletzungen erlitten. Die Staatsanwaltschaft zeigte sich bis zuletzt davon überzeugt, dass der Angeklagte die Frau absichtlich beim Rückwärtsfahren überrollte, um frei für eine Geliebte zu sein. Die Richter konnten einen Unfall aber nicht mit Sicherheit ausschließen.

Tatsache ist, dass der Angeklagte mit seiner Geliebten im Auto saß, als seine Ehefrau plötzlich an der Beifahrerscheibe auftauchte. Der 79-Jährige fuhr daraufhin los und überrollte seine Frau schließlich mit dem rechten Hinterrad. Die Richter gingen im Urteil am Mittwoch davon aus, dass die 65-Jährige stürzte und dabei mit dem Oberkörper zwischen Vorder- und Hinterrad geriet. Zwar war ein Unfallsachverständiger zu dem Ergebnis gekommen, dass das Auto des Angeklagten wohl rückwärts fuhr. Die Richter zeigten sich von dem Gutachten allerdings nicht überzeugt. Das Ergebnis passe nicht zu den Unfallspuren und den Obduktionsergebnissen, hieß es in der Urteilsbegründung.

Der Angeklagte wurde noch am Mittwoch nach mehr als sechs Monaten vorerst aus der Untersuchungshaft entlassen.

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